Madagaskar von A-Z

Hier finden Sie alle Informationen über Madagaskar von A bis Z. Entdecken Sie interessante Einträge, indem Sie sich durch das Verzeichnis klicken. Es erwarten Sie Informationen zu verschiedensten Themen wie der medizinischen Versorgung, der Infrastruktur, Land und Leuten, der Wirtschaft sowie den Tieren und dem Essen und Trinken.

ANREISE

Die Anreise nach Madagaskar erfolgt für Touristen in der Regel mit dem Flugzeug, wobei direkte Flugverbindungen von Deutschland aus heute noch nicht möglich sind. Den direkten Flugweg starten Touristen aus Europa derzeit von Frankreich, genauer gesagt von Paris aus. Vom Flughafen Charles de Gaulle (CDG) starten Maschinen mit der Air France sowie der Air Madagascar Richtung Antananarivo und vom Flughafen Orly (ORY) geht es mit Corsairfly auf die Rote Insel.

Wer von Deutschland aus nicht nach Frankreich starten möchte, sondern auf einen anderen Zubringerflug setzen will, hat die Möglichkeit von Frankfurt zunächst Richtung Südafrika, sprich Johannesburg zu fliegen und von dort aus weiter nach Madagaskar zu reisen. Die South African Airline ist diesbezüglich besonders zu empfehlen, weil diese Fluggesellschaft immer wieder attraktive Angebote offeriert. Für Madagaskar-Urlauber aus Österreich und der Schweiz gelten dieselben Konditionen.

Eine Alternative stellen Flugverbindungen von Frankfurt oder München mit der Air Mauritius dar. Diese starten in Richtung Réunion oder Mauritius, von wo aus die Weiterreise nach Madagaskar sehr unkompliziert ist. Auf Wunsch können bei diesen Reisewegen auch Übernachtungen auf Mauritius oder La Réunion eingeplant werden, denn beide Inseln sind eine Reise unbedingt wert.

Weniger empfehlenswert sind dagegen Flugverbindungen über Kenia. Zwar gibt es die Möglichkeit von Nairobi aus einen Direktflug nach Antananarivo aus zu ergattern, allerdings sind Direktflüge nach Kenia sehr selten. In der Regel wird bei diesen ein Zwischenstopp in London-Heathrow eingelegt, weshalb diese Flugverbindung nicht nur noch umständlicher, sondern meist auch teurer wird. Auch Anreisemöglichkeiten via Schiff sind nur bedingt zu empfehlen. Zwar gibt es einige Frachtschiffe, die von Bremerhaven aus nach Toamasina steuern, diese kommen für Touristen allerdings nicht in Frage. Um für den Urlaub die Kosten und Preise möglichst niedrig zu halten, lohnt sich eine frühzeitige Flugbuchung.

APOTHEKEN

Madagaskars medizinische Versorgung in Form von in Apotheken zur Verfügung stehenden Medikamenten wird vor allem aus den Ländern Frankreich, Südafrika sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten gespeist. Insbesondere in den Provinzhauptstädten können sich Touristen in den Apotheken mit diversen frei verkäuflichen sowie auch verschreibungspflichtigen Präparaten versorgen. In den ländlichen Regionen und kleineren Städten sind dagegen eher weniger Apotheken, sondern vielmehr Medikamentenmagazine zu finden. Diese Magazine sind in erster Linie für die medizinische Versorgung der Madagassen gedacht.

Auch wenn die Grundversorgung an Medikamenten während Ihres Urlaubs theoretisch dank der vorhandenen Apotheken gewährleistet sein sollte, empfiehlt es sich die eigene Reiseapotheke von vornherein gut auszustatten. Bei den in den Apotheken verfügbaren Medikamenten sind Qualität und Standards nicht immer garantiert, weshalb Präparate dort nur in Notfällen erworben werden sollten.

ÄRZTE/KLINIKEN/RETTUNGSDIENSTE

Wenn während des Urlaubs auf Madagaskar ein medizinischer Notfall auftritt, ist es ratsam die passenden Adressen bereits zu kennen. Genau deshalb stellen wir Ihnen nachfolgend ein paar wichtige Anlaufstellen vor, die bei gesundheitlichen Problemen im Urlaub weiterhelfen können.

Krankenhäuser & Kliniken

Centre Médical de Diagnostic et d’Urgences (CDU)

Cité Planton – Consultation 24h/24

261 20 22 329 56 261 20 22 329 56 contact@cdumedical.mg 033 11 822 28 – 032 07 822 28 – 034 09 846 40 LOT II U 97 Cité PLANTON AMPAHIBE ANTANANARIVO 101

Das CDU etabliert sich als Diagnose- und Versorgungszentrum, das auch im Notfall wichtiger Ansprechpartner ist. Die Entwicklung und Verbesserung der verschiedenen privaten Gesundheitseinrichtungen auf Madagaskar werden als Ziel für die Arbeit des CDU formuliert. Im Fokus stehen eine Praxis für Allgemeinmedizin, Spezialmedizin, Notfallmedizin und Raumfahrtmedizin. Das CDU überzeugt mit modernsten Standards sowie einem breit aufgestellten Leistungsspektrum. Zudem sind die Mitarbeiter als freundlich und kompetent zu beschreiben.

CHU RAVOAHANGY ANDRIANAVALONA (HJRA)

Ampefiloha

Service des urgences : 033 11 890 58

CHU : 22 661 04 – 22 663 05

C.S.I. Behoririka

Sprechzeiten 24h/24 7j/7 (Sur place ou à domicile)

Behoririka

22 641 28 – 22 603 63 – 033 11 458 48

                 

Centre Hospitalier de Soavinandriana (Militärkrankenhaus)

+261 20 22 397 51

Rue Moss Soavinandriana

ANTANANARIVO

Das Militärkrankenhaus arbeitet mit der französischen Gesundheitsbehörde zusammen und ist deshalb nicht nur sehr gut ausgestattet, sondern verfügt außerdem über eine technische Assistenz. Tatsächlich ist es außerdem das älteste Krankenhaus in der madagassischen Hauptstadt, denn es wurde schon im August 1891 von der damaligen Königin Ranavalona III eröffnet.

Hopital Loterana Ambohibao

Ambohibao

22 441 88

22 485 17

Hierbei handelt es sich um ein lutherisches Krankenhaus, welches in der Nähe der amerikanischen Botschaft gelegen ist.

Polyclinique d’Ilafy

Notdienst 24h/24 im Centre d’évacuation sanitaire

22 625 66 – 032 02 088 16

Adresse: Ilafy, Anadafiavaratra Ambohitrarahaba, Antananarivo, Madagaskar

Telefon: +261 20 22 425 66

Bei diesem Krankenhaus handelt es sich um eine optimal ausgestattete Privatklinik, die eine sehr gute medizinische Versorgung gewährleistet. Allerdings werden Patienten hier nur behandelt, wenn sie die entsprechenden medizinischen Maßnahmen im Voraus bezahlen können.

Notdienste – Urgences

Ambodivona

Notdienst 24h/24 et Centre d’évacuation sanitaire

032 02 088 16 – 22 625 66

                                                    

                                    

Assistance plus

  • Villa First – Mandrosoa Ivato
  • BP 3900
  • Antananarivo 101

                 

+261 32 07 801 10

+261 34 07 801 10

operations@assistanceplus.mg

SOS Krankenwagen (AMBULANCES)

Rettungsdienst : 22 357 53

Städtischer Rettungsdienst : 22 200 40

Ambulance Polyclinique d’Ilafy : 22 425 66 – 22 425 69

Ambulance Espace Médical: 22 625 66

Ambulance Clinique Mpitsabo Mikambana : 22 235 55

AUTO-/MOTORRADVERLEIH

Madagaskar lässt sich mit dem Mietwagen hervorragend bereisen. Hierbei sollten Sie allerdings beachten, dass die Straßenverhältnisse vor Ort einiges an fahrerischem Können voraussetzen. Deshalb können Sie bei den meisten Mietwagen-Agenturen keinen PKW ohne Fahrer mieten. Dieser erleichtert Ihnen dafür das Reisen enorm, denn er kennt sich mit den teilweise undurchsichtigen Verkehrsregeln aus und weiß außerdem, wie er schwierige Pisten und Teilstrecken zu meistern hat. Je nachdem für welches Fahrzeug Sie sich entscheiden und bei welcher Agentur Sie einen Mietwagen beziehen, können die Preise stark differieren. Einen durchschnittlichen PKW bekommen Sie ohne Treibstoff und Fahrer bereits ab 40,00 Euro pro Tag, wohingegen die begehrten Allradfahrzeuge meist erst ab 75,00 Euro zur Verfügung stehen. Beachten Sie unter Umständen auch unsere Hinweise zu den Verkehrsmitteln auf Madagaskar.

Wer die Insel mit einem Motorrad oder einem Quad erkunden möchte, hat in touristischen Zentren wie Fort Dauphin, Antananarivo oder auch auf Nosy Bé meist gute Karten. Ein internationaler Führerschein ist für die Anmietung dieser Gefährte aber in der Regel von großer Relevanz und sollte dementsprechend rechtzeitig vor dem Urlaub auf Madagaskar beantragt werden.

AUTOFAHREN

Während viele Urlauber sich normalerweise an ihrem Ferienort einen Mietwagen buchen und anschließend das Land auf eigene Faust erkunden, bekommen Sie auf Madagaskar in der Regel immer auch einen Fahrer zu Ihrem PKW dazu. Weil Fahrzeuge und Ersatzteile auf Madagaskar überdurchschnittlich teuer sind und das unfallfreie Fahren auf den Straßen und Pisten des Landes einiges an Geschick erfordert, sind die meisten Autovermietungen auf der Insel gar nicht dazu bereit ihre Fahrzeuge ohne Fahrer zu vermieten.

Grundsätzlich kann das ungeübte Fahren auf Madagaskar Touristen aus Europa auch nicht besonders empfohlen werden. Abseits der großen und ausgebauten Routen erfordert es viel Erfahrungen, um beispielsweise über Pisten und durch Flussbetten zu steuern. Unsere Pistenfahrten, von denen wir einige zumindest abschnittsweise auch für Selbstfahrer anbieten, können Ihnen hiervon einen guten Eindruck ermitteln. Abgesehen davon sollten Sie das Autofahren aber lieber den geübten Madagassen überlassen. Nicht umsonst gibt es pro Jahr leider zahlreiche Verkehrstote, die den teilweise ungünstigen Straßenverhältnissen aber auch den chaotischen Verkehrszuständen zu verdanken sind. Übrigens: Wer in Madagaskar von A nach B kommen möchte, orientiert sich meist nicht an der Entfernungsangabe, sondern an einer zeitlichen Vorgabe. Während sich in Europa eine Strecke von 100 Kilometern binnen kürzester Zeit bewältigen lässt, kann dies in Madagaskar hier und dort schon einmal mehrere Stunden dauern.

Baden

Madagaskar erweist sich als ein echtes Eldorado für alle Freunde aquatischer Aktivitäten: Umgeben von einer exotischen Traumkulisse finden Sie eine Vielzahl von Stränden, Seen und Wasserfällen, die ein paradiesisches Badeerlebnis versprechen. Doch auch wenn das Ambiente zu einem spontanen Bad verlockt, sollten Sie sich bewusst sein, dass die Gewässer auf Madagaskar mitunter gewisse Risiken bergen.

Insbesondere bei Reisen an die Ostküste wird aufgrund von starken Strömungen und Haien vom Baden im Meer abgeraten. Lediglich an einigen wenigen Stellen – wie entlang der Insel Sainte Marie – kann durch den Schutz von Korallenriffen ein weitestgehend sicheres Badevergnügen gewährleistet werden.

Höchste Vorsicht ist ebenfalls bei Flüssen und Seen im Inland geboten, da viele Binnengewässer mit Bilharziose – auch Schistosomiasis genannt – verseucht sind. Hierbei handelt es sich um eine tropische Infektionskrankheit, die über die Larven sogenannter Pärchenegel (Schistosoma) übertragen wird. Dabei durchdringen die im Süßwasser lebenden Jungparasiten die menschliche Haut, nisten sich in den Blut- und Lymphgefäßen ein und breiten sich so zunächst auf Lunge und Leber, später in Darm und Harnblase aus. Ob Sie sich mit dem Bilharziose-Erreger infiziert haben, können Sie anhand verschiedener Symptome erkennen: Bereits wenige Tage nach der Ansteckung kann ein juckender Hautauschlag entstehen, der auf eine erste Schwächung des Immunsystems hindeutet. Nach rund drei bis zehn Wochen kommt es zu Fieber, Schüttelfrost sowie Kopf-und Gliederschmerzen. Weitere Anzeichen können Milz- und Leberschwellungen, Darm- bzw. Blasenentzündungen, sowie Bronchitis sein. Auch neurologische Beeinträchtigungen sind nicht ausgeschlossen. Sollten Sie den Verdacht hegen mit Bilharziose infiziert zu sein, ist die Konsultierung eines Arztes unabdingbar. Denn nur durch eine frühzeitige Behandlung kann ein erfolgreicher Therapieverlauf ermöglicht werden.

Um die Gefahr einer Ansteckung möglichst gering zu halten, sollten Sie Süßwasser-Gewässer in Bilharziose-Gebieten dringend meiden. Beim Durchqueren von Tümpeln empfiehlt es sich entsprechende Schutzkleidung zu tragen, durch die das Eindringen der Larven verhindert werden kann.

Neben Verunreinigungen durch den Bilharziose-Erreger müssen Sie bei einige Binnengewässern mit Krokodilen rechnen. Auch wenn man die urzeitlich anmutenden Reptilien äußerst selten in freier Wildbahn antrifft, sollten Sie beim Baden in den entsprechenden Gebieten stets wachsam sein.

Zu guter Letzt sollten Sie bedenken, dass es auf Madagaskar keine Kläranlagen gibt, weshalb Verunreinigungen durch Abwässer und menschliche Fäkalien ebenfalls nicht auszuschließen sind.

Um sicherzugehen, dass das Baden im jeweiligen Gewässer ungefährlich ist, können Sie sich vorab bei der einheimischen Bevölkerung zu erkundigen. Sollten Sie dennoch Zweifel hegen, empfiehlt es sich die Strände, Seen und Flüsse Madagaskars lieber nur von außen zu betrachten.

Banken und Wechselstuben

Bislang hat sich das Bezahlen mit Kreditkarte auf Madagaskar noch nicht überall etabliert, weshalb Bargeld als Zahlungsmittel meist die beste Lösung darstellt. Auch wenn in einigen Touristenzentren fremdländische Währungen, wie der Euro, akzeptiert werden, können Sie bei einem Urlaub auf Madagaskar auf die einheimische Währung Ariary nicht verzichten. Geld tauschen können Sie, unter Vorlage Ihres Reisepasses, in allen Banken und lizensierten Wechselstuben. Dabei werden insbesondere die Bankinstitute BFV-Société Générale, BNI Crédit Agricole und BOA empfohlen, da Sie hier oft nicht nur Geld umtauschen, sondern außerdem mit einer europäischen Maestro-Karte Geld abheben können. Auch eine Reihe deutscher Kreditkarten, vorzugsweise Mastercard, werden von diesen Banken akzeptiert. Das Abbuchungslimit beläuft sich dabei meist auf 400.000 Ariary pro Tag.   Da die Geldautomaten jedoch nicht immer funktionstüchtig sind, sollten Sie das Geldwechsel-Service vorziehen.

Benzin/ Diesel

Zwar ist das Tankstellennetz auf Madagaskar nicht so gut ausgebaut wie in Europa, jedoch müssen Sie insbesondere in der Nähe von Ballungsgebieten, wie Antsirabe, Tuléar, Antananarivo und Diego-Suarez, oder an Hauptverkehrsstraßen, wie der RN 2, der RN 4 oder der RN 7, keinen Benzin-Engpass befürchten. In regelmäßigen Abständen finden Sie hier Tankstellenfilialen – meist vom Konzern Jovenna – die hinsichtlich ihres Ambientes und Warenangebots häufig an europäische Standards heranreichen können. So sind die Tankstellenshops nicht nur klimatisiert und modern eingerichtet, sondern verfügen außerdem über eine umfangreiche Auswahl an Snacks, Zeitschriften und Autozubehör. Doch nicht nur die Verkaufsfläche inklusive Produktauswahl, auch die Preise für Benzin und Diesel sind an europäische Verhältnisse angeglichen. Daher kostet Sie eine Tankfüllung auf Madagaskar beinahe genauso viel wie in Deutschland.   

Abseits der Groß- und Provinzstädte ist das das Tankstellennetz hingegen weniger dicht gestrickt, weshalb Kraftstoffe wie Benzin und Diesel mitunter nur schwer zu bekommen sind. Insbesondere entlang der Ostküste gibt es einige Gebiete in denen die Kraftstoff-Versorgung stark eingeschränkt ist. Und auch in der südlichen Region zwischen Tuléar und Fort Dauphin sind Benzin und Diesel bisweilen knapp. 

Da Sie bei Ihren Rundreisen durch Madagaskar wie beispielsweise einer 14-tägigen Reise von Antananarivo nach Tulear meist von einem ortskundigen Fahrer chauffiert werden, müssen Sie sich jedoch um das Thema Tanken keine allzu großen Sorgen machen. Stattdessen können Sie sich einfach zurücklehnen und die Fahrt genießen.

Bettler

Madagaskar gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, weshalb viele Einheimische – insbesondere auch Kinder – auf der Straße betteln gehen. Doch auch wenn der Anblick bedürftiger Kinder und Erwachsener fast zu Tränen rühren mag, sollten Sie sich dennoch nicht zu Geldspenden hinreißen lassen. Denn die simple Übertragung europäischer Verhältnisse kann schnell zu einer weiteren ungünstigen Destabilisierung des Systems führen. Ein kleines Beispiel: Während Ihres Urlaubs auf Madagaskar können Sie den traurigen Augen eines bettelnden Straßenkindes nicht widerstehen und schenken ihm einen Euro. Für europäische Verhältnisse ist dies ein sehr geringer Betrag, auf Madagaskar wiederum kann ein Euro gut und gern den kompletten Tagesverdienst eines durchschnittlichen Feldarbeiters ausmachen. Dessen Motivation sinkt verständlicherweise, wenn er bedenkt, dass er durchs Betteln schneller und einfacher Geld verdienen könnte als mit harter und ehrlicher Arbeit. Dadurch kann sich über kurz oder lang eine Abwärtsspirale etablieren, welche die Wirtschaft im Land weiter zum Erliegen bringt und die Armut dadurch noch verstärkt.

Auch von Bettlern und Straßenverkäufern angebotene Waren sollten Sie trotz aller Empathie möglichst nicht kaufen. Denn hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Form der Bettelei, hinter der nicht selten organisierte Bettelgruppen oder -banden stehen. Darüber hinaus kann ein Kauf von Bettelwaren dazu führen, dass Sie von Straßenverkäufern, die Ihnen ebenfalls Ihre Produkte anpreisen wollen, umringt werden. Nicht selten entstehen dabei Tumulte aus denen man sich nur schwer herauswinden kann.

Wenn Sie einem Bettler etwas Gutes tun möchten, können Sie ihm, alternativ zur Geldspende, etwas zu Essen schenken. Bei Kindern können Sie auch kleinere materielle Geschenke, wie einen Ball oder einen Kugelschreiber, machen.

Die beste Möglichkeit, um den Bettlern auf Madagaskar zu helfen, bieten eigentlich entsprechende Hilfsorganisationen, wie der Verein Zaza Faly e.V. Dort können Sie durch finanzielle Spenden aktiv einen Beitrag zur Bekämpfung der Armut auf Madagaskar leisten.

Botschaften und Konsulate

Hinweis: Die Ausstellung von Touristenvisa fällt seit dem 1. Januar 2012 nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich der deutschen Botschaft in Antananarivo. Stattdessen kümmern sich seither die französischen Behörden um sämtliche Visa betreffend den Schengen-Raum.

Buchhandlungen

Buchhandlungen sind auf Madagaskar sehr selten und daher meist nur in großen Städten, wie Antananarivo oder Toamasina zu finden. Die Auswahl der angebotenen Bücher ist dabei jedoch meist sehr beschränkt und für Urlauber wenig ansprechend. Selbstverständlich gibt es auch Ausnahmen, wie einige Buchhandlungen beispielsweise in Antananarivo beweisen: Die Librairie Mixte (Rue de Juin 26, Analakely) und die BiblioMad (Rue Indhira Gandhi Librairie de Madagascar, Av. de l ́Indépendence) sind zwei gute Adressen in der madagassischen Hauptstadt, wo Bücherwürmer nach Herzenslust stöbern können.

Hinweis:

Wenn Sie auf der Suche nach alten Büchern, Zeitschriften oder Schriften sind, empfiehlt sich ein Besuch des Flohmarkts im historischen Bezirk Ambojatovo, am Ende der Avenue de l`Indépendende. Vor allen Dingen Liebhaber seltener Druckwerke aus Madagaskar werden hier garantiert fündig.


CAMPING

Madagaskar ist ein Land, in dem Rucksacktouristen sehr wohl auf ihre Kosten kommen können. Hierbei müssen allerdings verschiedene Aspekte beachtet werden, damit das Campen nicht zum Sicherheitsrisiko wird.

In vielen Nationalparks sowie anderen Waldreservaten ist das Campen an vorgeschrieben Plätzen möglich und bietet oftmals auch die einzige Gelegenheit, um direkt auf dem Gelände zu übernachten. Bei unseren Individualreisen sowie auch unseren Themenreisen finden Sie einige Angebote, die das Campen in verschiedenen Reservaten und Parks beinhalten. Diese haben für Sie als Urlauber vor allem den Vorteil, dass Gepäck und Ausrüstung von uns organisiert werden. Falls Sie auf eigene Faust durchs Land touren, müssen Sie sich hierum eigenhändig kümmern.

Wer abseits von Siedlungen unterwegs ist und campen möchte, sollte nicht nur auf Gefahren aus der Natur, sondern vor allem auch auf Diebe achtgeben. In den letzten Jahren haben Armut, Hunger sowie politische Differenzen die Sicherheitslage auf Madagaskar verschärft, weshalb Wildes Campen nicht unter allen Umständen empfohlen werden kann. Sie sollten deshalb auf einen vertrauenswürdigen sowie erfahrenen und ortskundigen Begleiter setzen, der die Region und eventuelle Sicherheitsrisiken kennt.

Falls Sie doch auf eigene Faust Erkundungen anstellen wollen, kann es sich lohnen in den Dörfern entlang Ihrer Reiseroute um das Gastrecht sowie eine Erlaubnis für das Aufschlagen Ihrer Zelte zu bitten. Hierbei ist es wichtig, dass Sie sich an die Dorfältesten wenden, die derartige Entscheidungen zu treffen haben. Berücksichtigen, Sie außerdem unbedingt die in er jeweiligen Region gültigen Verbote (Fady), um Ihre Gastgeber nicht vor den Kopf zu stoßen.

EDELSTEINE

Madagaskar ist als Land für seine reichhaltigen Edelsteinvorkommen bekannt. Denken Sie nur einmal an die Saphirminen von Ilakaka, die Sie beispielsweise bei unseren Reisen für Wissenschaftler genauer entdecken können. Es überrascht daher nicht, dass Edelsteine zu den beliebtesten Souvenirs für Touristen gelten. Immerhin können bei den weniger wertvollen Steinen teilweise tolle Schnäppchen ergattert werden. Wirklich kostbare Steine wie Smaragde, Rubine oder Saphire gelangen meist nicht in den günstigen Straßenverkauf, sondern werden zu gewöhnlichen europäischen Preisen angeboten.

Wenn Sie vorhaben Edelsteine aus Madagaskar beispielsweise als Souvenir auszuführen, benötigen Sie hierfür ein entsprechendes Zertifikat. Dieses bekommen Sie bei lokalen Händlern, von denen Sie die Steine erwerben können. Straßenhändler stellen Ihnen diese Zertifikate in der Regel nicht aus, was für Sie zu Problemen führen kann. Überdies können Sie sich bei Straßenverkäufern nicht sicher sein, woher die Steine stammen. Der offizielle Edelsteinexport ist auf Madagaskar deutlich kleiner als die Menge an geförderten Steinen, weshalb davon auszugehen ist, dass illegale Aktivitäten in diesem Bereich stark florieren. Es empfiehlt sich daher die Steine im besten Fall von zertifizierten Händlern zu erwerben, um keinerlei Risiken einzugehen.

EINKAUFEN/SOUVENIRS

Wenn Sie sich während Ihres Urlaubs auf Madagaskar hervorragend erholt und viel unvergessliche Erfahrungen gesammelt haben, ist es nur verständlich, dass Sie sich während Ihrer Reise nach Möglichkeit mit den verschiedensten Souvenirs eindecken möchten. Diese sollen nicht nur den daheimgebliebenen Freunden und Verwandten als Geschenk dienen, sondern auch Ihre eigenen Erinnerungen an den Urlaub lebendig halten. Madagaskar bietet erfreulicherweise zahlreiche Möglichkeiten, um tolle Souvenirs und Mitbringsel zu ergattern. Allerdings gibt es parallel dazu auch einige Dinge, von denen Sie als Tourist lieber die Finger lassen sollten.

Relativ bedenkenlos können Sie verschiedene Kleidungsstücke und andere Textilien erwerben und nach Deutschland ausführen. Traditionelle Webarbeiten, die beispielsweise aus Seide oder Baumwolle hergestellt werden, sehen nicht nur toll aus, sondern können auch Ihre schönsten Urlaubserinnerungen am Leben halten. Parallel dazu können Sie aber auch einen Blick auf die in Madagaskar heimischen Labels wie Carambole, Baobab Company oder die Maki Corporation werfen, die moderne Designs nach europäischen Standards bieten. Ebenfalls beliebt sind verschiedene handwerklich gefertigte Gegenstände. Ein hervorragendes Beispiel hierfür sind die verschiedenen kunsthandwerklichen Schnitzereien, die Sie in Ambositra entdecken können. Diese kleine Stadt passieren wir beispielsweise auf unserer 14-tägigen Individualreise von Antananarivo nach Tulear. Die handwerklichen Kostbarkeiten, die in Deutschland ein wahres Vermögen kosten würden, sind auf Madagaskar vergleichsweise günstig zu erstehen, sodass Sie Souvenirs einkaufen und gleichzeitig Ihre Reisekasse schonen können.

Ebenfalls begehrt sind die Vanilleschoten, die auf Madagaskar einen echten Exportklassiker darstellen. Diese lassen sich während der Erntezeit, die von August bis November dauert, besonders gut als Souvenir erstehen. Der Kauf erfordert allerdings etwas Verhandlungsgeschick. Auf den klassischen Märkten werden Vanilleschoten meist in minderer Qualität angeboten oder nur zu einem erhöhten Preis verkauft. Unsere Reisen an die Vanilleküste ermöglichen es Ihnen die beste Ware zu einem deutlich besseren Preis zu erstehen.

Madagaskars Flora und Fauna bietet viele faszinierende Exemplare, die sich als Souvenirs allerdings eher nicht eignen. Das gilt für exotische Produkte aus Krokodilleder, die beispielsweise auch in Antananarivo verkauft werden. Selbst wenn Ihnen „Zertifikate“ hierfür vorgezeigt oder ausgehändigt werden, sollten Sie von diesen Produkten lieber die Finger lassen, denn die Zertifikate sind meist alles andere als offiziell und legal. Selbst legale Farmen sind nach westlichen Vorstellungen besser nicht zu unterstützen, denn auch diese entnehmen die Eier für ihre Züchtungen zumindest in Teilen aus der freien Natur und gefährden dementsprechend nicht nur das ökologische Gleichgewicht auf Madagaskar, sondern sorgen dafür, dass Krokodile, die ohnehin bereits als stark gefährdet gelten, noch massiver vom Aussterben bedroht sind. Darüber hinaus können Sie bei Produkten aus Krokodilleder spätestens beim deutsche Zoll Probleme bekommen.

Dasselbe gilt für tropische Hölzer, die teilweise nicht nach Deutschland eingeführt werden dürfen. Unbehandelte Tropenhölzer dürfen Sie dagegen genauso wie Pflanzensamen und Orchideen gar nicht erst ausführen. In der Regel benötigen Sie für all diese exotischen Gegenstände offizielle Papiere. Da sich die Echtheit dieser Zertifikate aber vom Laien nicht immer ganz leicht überprüfen lässt, raten wir generell von derartigen Gegenständen Abstand zu nehmen. Dasselbe gilt auch für die oftmals im Süden des Landes angebotenen Eier des Riesenfußstrauß. Diese werden zwar häufig auch mit „Zertifikaten“ an Touristen verkauft, selbige besitzen aber keinerlei Gültigkeit. Die Ausfuhr der Eier ist streng verboten und spätestens am Flughafen werden Ihnen die Exemplare abgenommen und es können Strafen verhängt werden.

EINREISE/AUSREISE

Bei der Einreise sowie auch bei der Ausreise nach Madagaskar gibt es verschiedene Bestimmungen und Gesetze zu beachten. Wir empfehlen sich hierüber bereits während der Urlaubsplanung genau zu informieren, damit Sie während Ihrer Reise keine Probleme oder Schwierigkeiten zu bewältigen haben.

Einreise

Wer von der EU nach Madagaskar reist, benötigt in erster Linie einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist. Zusätzlich wird außerdem ein Visum gefordert, welches Sie allerdings nicht zwangsläufig in Ihrem Heimatland beantragen müssen. Wer will, kann das Visum zwar bei der madagassischen Botschaft in Berlin beantragen, etwas unkomplizierter geht es aber direkt vor Ort im Flughafen von Antananarivo. Die verlängerte Wartezeit können Sie als Tourist gern in Kauf nehmen, weil Ihr Reisegepäck mit großer Wahrscheinlichkeit ohnehin erst mit einigen Verzögerungen abholbereit sein wird.

Auch mit Blick auf die Zoll-/Einfuhrbestimmungen sollten Sie verschiedene Aspekte berücksichtigen. So ist es erlaubt eine Menge von bis zu einem Liter hochprozentigen Alkohols sowie bis zu 500 Zigaretten oder alternativ 500g Tabak einzuführen. Bargeldvorräte sollten eine Höhe von 10.000,00 Euro nicht übersteigen. Auch wer besonders teure elektronische Geräte oder hochwertigen Schmuck bei sich trägt, sollte selbigen direkt deklarieren.  Andernfalls kann es spätestens bei der Rückreise nach Europa zu Schwierigkeiten kommen. Fleischprodukte, Waffen und Drogen sind wiederum komplett verboten und dürfen nicht nach Madagaskar eingeführt werden.

Ausreise:

Besonders bei der Ausreise aus Madagaskar gibt es verschiedene Bestimmungen zu beachten, weil Sie andernfalls nicht nur direkt am Flughafen der Hauptstadt Antananarivo, sondern spätestens in der EU gestoppt werden. Besonders typische Souvenirs, die in Madagaskar an vielen Ecken angeboten werden, sind nämlich für die Ausfuhr gar nicht erlaubt. Deshalb sollten Sie sich hierüber unbedingt vorab informieren, damit Ihnen die teuer erworbenen Gegenstände nicht einfach am Flughafen abgenommen werden oder sie womöglich noch eine Strafe zu zahlen haben.

Sämtliche Orchideen sowie auch zugehörige Blumensamen dürfen aus Madagaskar nicht ausgeführt werden. Das gilt in der Regel auch für die Blumentöpfe, in denen die Blumen verkauft werden. Diese sind aus Farn hergestellt und sind ebenfalls illegal. Auch Tropenhölzer wie Ebenholz oder Rosenholz sind von der Ausfuhr ausgenommen. Ausnahme: Es handelt sich um neue Kunstgegenstände, für die Sie einen Kaufbeleg besitzen. Trotzdem benötigen Sie auch für die Ausfuhr dieser Gegenstände ein entsprechendes Zertifikat, welches Sie bei der Direction des Eaux et Forets am Flughafen bekommen können.

Ähnliches gilt auch für Edelsteine, die von vielen Touristen gern als Souvenir erstanden werden. Problem: Gerade die besonders schönen und sehr günstigen Schmuckstücke der Straßenverkäufer werden meist ohne Zertifikat verkauft. Dieses Zertifikat wiederum ist aber die Voraussetzung, damit Sie die Edelsteine problemlos ausführen können. Alternativ müssen Sie deshalb vor Ihrer Abreise die Direction des Mines am Flughafen von Antananarivo aufsuchen, die Ihnen ein Zertifikat ausstellen kann.

Von lebenden oder toten Tieren aller Art sollten Sie als Tourist auf Madagaskar Abstand nehmen. Dass die Fauna der Insel faszinierende Lebewesen wie beispielsweise die possierlichen Lemuren hervorbringt, dürfte rund um den Globus bekannt sein. Diese aber ausführen zu wollen, kann nicht empfohlen werden. Dasselbe gilt für andere Tier- und Pflanzenarten, Meeresmuscheln sowie Antiquitäten aus Madagaskar oder die Eier des berühmten Riesenfußstraußes. Sollten Sie diesen fragwürdigen Souvenirs während Ihres Urlaubs auf Madagaskar begegnen, empfehlen wir Ihnen keine Käufe zu tätigen. Auch für Produkte und Präparate aus Krokodilleder gilt, dass diese nur mit Zertifikat ausgeführt werden dürfen, wegen der fragwürdigen Zuchtmethoden aber bessern nicht erworben werden sollten. Vanille ist aus Ausfuhrobjekt zugelassen, es existiert jedoch eine Höchstmenge pro Person, die in der Regel bei um ein Kilogramm liegt. Wer sich für kommerzielle Ausfuhrgenehmigungen interessiert, kann sich an der Ministére des Commerce, Direction des Exportations in Antananarivo wenden.

EISENBAHN

Auf Madagaskar wurde das nationale Eisenbahnnetz im Jahr 1903 eingeweiht, wobei der Zweck schon damals die Schaffung einer Verbindung vom Hinterland zu den Zentren des Landes war. Auch heute werden viele Bahnstrecken genutzt, um die Waren aus den ländlichen Regionen an ihre Bestimmungsorte zu transportieren. Viele Strecken waren aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage auf Madagaskar lange Zeit außer Betrieb, einige werden inzwischen aber wieder mehr oder weniger regelmäßig befahren. Die Eisenbahn auf Madagaskar sollte für Reisende nicht unbedingt als Mittel angesehen werden, um schnell und bequem von A nach B zu gelangen. Denn die Bahn bildet nicht nur ein relativ unzuverlässiges Verkehrsmittel, sondern ist wegen der niedrigen technischen Standards sowie der teilweise sehr schlechten Ausrüstung alles andere als luxuriös. Deutlich bequemer kommen Sie deshalb mit dem Mietwagen voran. Wer allerdings die Fahrt mit der Eisenbahn auf Madagaskar zum eigentlichen Ziel erklärt, kann sich von einem richtigen Abenteuer sowie faszinierenden Landschaften begeistern lassen.

Besonders bekannt ist in diesem Zusammenhang der sogenannte Dschungelexpress, welcher auf der Strecke zwischen Manakara und Fianarantsoa verkehrt. Diese Strecke ist ungefähr 164 Kilometer lang und bedarf einer mehrstündigen Fahrt. Die Aussicht während dieser Fahrt ist wirklich atemberaubend, auch wenn es teilweise nur sehr langsam vorangeht. Teilweise schwierige Streckenabschnitte mit scharfen Kurven, beachtlichen Steigungen sowie zahlreichen sehr schmalen Brücken können  Touristen hier und dort auch mal das Herz zum Stocken bringen. Aktuell ist auf dieser Strecke nur eine Lokomotive im Einsatz, was bedeutet, dass der Zug in eine Richtung immer nur jeden zweiten Tag verkehrt: Während die Bahn mittwochs, freitags und sonntags von Manakara nach Fianarantsoa fährt, können dienstags, donnerstags und samstags in die Gegenrichtung mitgenommen werden. Die genauen Zeitpläne sind allerdings bestenfalls als Richtlinien zu verstehen, weshalb wir die Fahrt mit dem Dschungelexpress nur wirklich hartgesottenen und flexiblen Urlaubern empfehlen.

Wer nach einem Eisenbahn-Erlebnis der besonderen Art sucht, sollte sich stattdessen über die Micheline informieren. Hierbei handelt es sich um einen dieselbetriebenen Schienenbus, der den 1950er Jahren entstammt. Die Micheline bedient verschiedene Streckenabschnitte und ist vor allem für Touristen und reiche Madagassen gedacht. An Bord befinden sich bequeme Rattansessel und gut ausgebildete Kellner servieren Drinks und Snacks von der Bar. Zu den weiteren klassischen und weniger aufmerksamkeitserregenden Fahrstrecken gehören die Verbindungen von Antananarivo nach Brickaville sowie von dort nach Toamasina. Auch eine Verbindung vom Aloatra-See nach Moramanga existiert. All diese Fahrten und Strecken werden von der madagassischen Eisenbahn, der Madarail bedient. Weitere Informationen zu Strecken und Fahrplänen finden Sie unter www.madarail.mg.

ELEKTRIZITÄT

Elektrizität ist auf Madagaskar nicht immer verfügbar und europäische Verhältnisse können vor Ort nicht erwartet werden. Bezüglich der Netzspannung gelten Richtwerte von 230 Volt bzw. 50 Hz. Touristen aus Deutschland benötigen für ihre Geräte keine Adapter, da die Stecker problemlos auch in Madagaskar funktionieren. Bedacht werden sollte allerdings, dass die Stromversorgung nicht unbedingt den deutschen Standards entspricht. Viele Hotelanlagen stellen die Versorgung über Dieselgeneratoren oder ähnliche Systeme zur Verfügung. Deshalb kann vielerorts nicht den ganzen Tag über gewährleistet werden, dass auch tatsächlich Strom aus der Steckdose kommt. In vielen Hotels wird die elektrische Versorgung vor allem in den Abendstunden zwischen 18 und 21 Uhr sichergestellt. In dieser Zeit sollten Fotoapparate und Handys aufgeladen werden. Generell gilt: Stromausfälle sind auf Madagaskar keine Seltenheit, wenn die Beleuchtung sich plötzlich wie von allein herunterdimmt oder die Straßenbeleuchtung ausfällt, ist dies nicht unbedingt etwas Ungewöhnliches. In den meisten Fällen sind die Schäden aber schnell wieder behoben.

ENTFERNUNGEN

Hierzulande sind Entfernungen bzw. Kilometerzahlen relativ verlässliche Richtangaben, anhand derer sich eine Reise relativ gut planen lässt. Im schlimmsten Fall kommt vielleicht mal ein Stau oder eine Baustelle dazwischen, aber auch diese Verzögerungen lassen sich im Normalfall schnell wieder gutmachen. Deshalb nutzen viele Touristen auch bei der Planung von Reisen durch Madagaskar relativ unbedarft die jeweiligen Kilometerangaben, um eine Tagesstrecke festzulegen. Das ist allerdings alles andere als ratsam, denn auf Madagaskar werden Entfernungen eher in Zeitangaben festgelegt. Selbst für kleine Strecken von weniger als 100 Kilometern werden bisweilen mehrere Stunden Fahrzeit veranschlagt, weil gerade die Pistenstrecken teilweise nur mit wenigen Stundenkilometern befahrbar sind. Bei unseren Individualreisen sowie unseren anderen Reiseangeboten haben wir dies selbstverständlich berücksichtigt und die jeweiligen Touren so geplant, dass sämtliche Streckenabschnitte gut umsetzbar sind.

ESSEN UND TRINKEN

Wer in vermeintlich exotische Länder reist, beschäftigt sich in der Regel schon vorher mit einem Blick auf die dortigen Speisekarten und Essgewohnheiten. Die meisten Touristen aus Europa dürfte es erfreuen, dass die Speisen und Gerichte auf Madagaskar von den dortigen Geschmackstraditionen nicht allzu entfernt sind. Vieles mutet weit weniger exotisch an, als auf den ersten Blick angenommen wird. Auch hinsichtlich der Schärfe werden auf Madagaskar keinerlei Rekorde gebrochen.

Reis ist einer der Hauptbestandteile der madagassischen Küche und wird praktisch zu jeder Mahlzeit gereicht. Andere Beilagen wie Kartoffeln, Maniok, Nudeln oder grüne Papaya sind zwar ebenfalls bekannt und werden gern serviert, trotzdem ist Reis bei den meisten Gerichten sowie auch beim Frühstück obligatorisch. In den Restaurants, die teilweise eine Küche auf internationalem Spitzenniveau beherbergen, entdecken Sie viele traditionelle, aber auch zahlreiche von den Küchen Frankreichs und Asiens inspirierte Rezepte. In den Küstenregionen werden häufig frische Meeresfrüchte sowie Fischspezialitäten angeboten, während es in den städtischen Regionen gern auch Rind (omby), Schwein (kisoa) oder Geflügel sein darf. In den ländlichen Gebieten ist Fleisch zu kostbar und wird deshalb nicht täglich serviert.

Gemüse und Früchte stehen genauso wie der Reis auf dem täglichen Speiseplan und werden in hervorragender Qualität und Frische serviert. Fast alle Anbauten laufen hier ökologisch/biologisch ab, was Sie den Früchten und Gemüsezutaten nicht nur ansehen, sondern auch schnell am Geschmack erkennen können.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist allerdings das Frühstück auf Madagaskar für den hiesigen Geschmack. Da Molkereiprodukte schwer zu bekommen und vor allem auch sehr teurer sind, wird mit Butter oder Joghurt stark gespart. Das etwas gewöhnungsbedürftige Brot, welches Sie bei einem kontinentalen Frühstück serviert bekommen, wird meist noch mit einem Klecks Marmelade verfeinert, es empfiehlt sich jedoch gleich ein Omelette zu bestellen, damit Sie sichergehen, dass sich nach dem Verzehr der Speise auch tatsächlich ein Sättigungsgefühl einstellt. Alternativ können Sie auch direkt ein ortsübliches Frühstück á la malgache bestellen und erhalten gekochten Reis mit Fleisch und Gemüsebrühe. – Vielleicht nicht unbedingt das, was europäische Mägen zum Frühstück gewöhnt sind, aber immerhin eine ordentliche Grundlage für den bevorstehenden Tag.

Bezüglich der Getränke müssen Sie eigentlich auf nichts verzichten. Der hervorragende Kaffee, der Ihnen vielerorts frisch serviert wird, entschädigt für viele Strapazen und Entbehrungen, die Ihnen auf einer Reise durch Madagaskar begegnen können. Auch zwei sehr gute Biersorten können empfohlen werden: Das THB-Bier gehört auf der Insel zu den beliebtesten und wurde von einem deutschen Braumeister entwickelt. Es wird zwar auf der Basis von Mais hergestellt, lässt sich aber trotzdem mit einem deutschen Pilsener vergleichen. Das THB-Bier wird in verschiedenen Sorten angeboten sowie in verschiedenen Flaschengrößen. Als Alternative kann SKOL empfohlen werden, ein relativ neues Bier, das vergleichbare Qualitäten aufweist.

Leitungswasser ist auf Madagaskar nicht für den Verzehr geeignet und sollte deshalb nicht nur nicht getrunken, sondern am besten auch nicht fürs Zähneputzen verwendet werden. Es ist ratsam auf das „Eau Vive“ zu setzen und dieses zu verkosten. Alternativ können als Durstlöscher auch verschiedene Limonaden wie Fanta und Cola in diversen Sorten genossen werden. Wer den Geschmack von Energy Drinks liebt, dürfte sich mit dem „Bonbon Anglais“ schnell anfreunden.

Weinliebhaber stoßen auf Madagaskar hier und dort ein wenig an ihre Grenzen, obwohl es einige namhafte Anbaugebiete gibt. Die Qualitätskriterien, die bei der Herstellung angesetzt werden, sind jedoch nicht überall dieselben und teilweise fehlt es den Winzern auch an der nötigen Erfahrung. Einige Weine sind deshalb durchaus als sehr geschmackvoll und empfehlenswert zu bezeichnen, wohingegen andere Erzeugnisse lieber gar nicht oder nur in Kombination mit eisgekühltem Wasser genossen werden sollten.

Extratipp: Für Menschen mit einem empfindlichen Magen kann es sich lohnen das Heilwasser mit dem Namen Rano Visy zu probieren. Dieses verfügt über einen hohen Gehalt an Bikarbonat sowie vielen anderen gesunden Mineralstoffen und Spurenelementen und kann bei Sodbrennen oder anderen Magenbeschwerden für Linderung sorgen.

ETHNISCHE KONFLIKTE

Wer sich einmal die Geschichte des Landes Madagaskar aus der Nähe betrachtet, der stellt sehr schnell fest, dass kriegerische Auseinandersetzungen zwischen einigen der verschiedenen indigenen Völkern der Insel über Jahre hinweg an der Tagesordnung waren. Heute sind die Madagassen an sich ein sehr friedfertiges Volk, jedoch können Dispute und Feindseligkeiten auch heute noch an der einen oder anderen Ecke entdeckt werden. In der Regel sind diese zwischen den an den Küsten siedelnden Völkern und den im Landesinneren lebenden Merina zu finden. Die Merina waren es schließlich, die während ihrer Herrschaft sämtliche anderen Völker zu unterwerfen versucht haben und dabei auch vor brutalen kriegerischen Auseinandersetzungen nicht haltgemacht haben. Die an den Küsten lebenden Sakalava sowie die Betsimisaraka wehrten sich hierbei besonders inständig und haben die zurückliegenden Ereignisse auch heute noch nicht vergessen.

Zu wirklichen tätlichen Auseinandersetzungen kommt es aber auch zwischen den Küstenvölkern und den Merina nicht. Spott und Misstrauen sind eher die Komponenten, die diese Konflikte prägen. Eine wirklich dramatische Ausnahme hiervon bildeten jedoch die Ereignisse rund um den Brand des Königspalastes der madagassischen Hauptstadt Antananarivo. Im November 1995 brannte dieser vollständig aus und eine Vielzahl unwiederbringliche Kulturschätze des Volkes der Merina ging in Flammen auf. Da die schwer getroffenen Merina hinter diesem Brand einen Anschlag der Küstenvölker vermuteten, kam es in der anschließenden Zeit auch zu tätlichen Übergriffen, die allerdings heute nicht mehr an der Tagesordnung sind.

FAHRRADFAHREN/FAHRRADVERLEIH

Das Fahrrad gehört auf Madagaskar zu den beliebtesten Fortbewegungsmitteln, weil es nicht nur deutlich günstiger als ein Auto ist, sondern außerdem auch im schlimmsten Verkehrschaos ein beschleunigtes Fortkommen sichert. Allerdings sollten Sie bedenken, dass das Fahren auf dem Rad gerade in der madagassischen Hauptstadt Antananarivo auch einige Gefahren mit sich bringt. Das Unfallrisiko ist teilweise sehr hoch. Um diese Risiken zu umgehen, führt Sie beispielsweise unsere Themenreise Fahrradtour mit Begleitfahrzeug zunächst im Auto aus der Hauptstadt heraus und erst danach werden erste Streckenabschnitte mit dem Fahrrad zurückgelegt. Neben den Sicherheitsaspekten hat diese vorab geplante Tour den Vorteil, dass Sie Ihr Gepäck im Begleitfahrzeug unterbringen können und dass es zwischendurch möglich wird, Pausen einzulegen. Die klimatischen Bedingungen auf Madagaskar sollten Sie auch als geübter Radfahrer nicht unterschätzen.

Fahrräder können auf Madagaskar normalerweise überall dort gemietet werden, wo auch Mietwagen zu erstehen sind. Achten Sie allerdings bei der Anmietung unbedingt auf den Zustand der Räder. Teilweise werden diese nur sehr selten gewartet und entsprechen nicht den gewohnten Mindeststandards für Sicherheit. Alternativ bieten wir Ihnen die Möglichkeit hochwertige europäische Fahrräder direkt bei uns zu mieten, was nicht nur für Ihre Sicherheit, sondern auch für Ihren Komfort ein großes Plus darstellt.

FAUNA

Madagaskar ist für alle Naturliebhaber eine nie enden wollende Schatzkammer an allerlei Kuriosem, Faszinierendem und unglaublichem Schönem. Reisen für Naturliebhaber, die in die entlegensten oder auch gut zugänglichen Regionen der Insel führen, sind überaus beliebt, denn Madagaskar ist für die heimische Tierwelt rund um den Globus berühmt. Die Entwicklung der Insel, die über viele Jahrtausende vom Festland abgeschnitten war und deshalb erst relativ spät dauerhaft vom Menschen besiedelt wurde, ist so einzigartig, dass auf Madagaskar heute zahlreiche Lebewesen zu finden gibt, die nirgendwo sonst auf der Erde zu entdecken sind. Diese Tierarten werden als endemisch bezeichnet und noch längst sind nicht alle von ihnen entdeckt und systematisch beschrieben worden. Wenn es Sie nach Madagaskar verschlägt, kann es dementsprechend gut sein, dass Ihnen ein Schnappschuss von einer bislang noch unentdeckten Tierart gelingt.

Madagaskars Tierwelt war schon immer einzigartig. Die Vielzahl der heute hier lebenden Lemuren beweist es. Diese sind zwar in der Ordnung der Primaten einzuordnen, kommen allerdings ausschließlich auf Madagaskar vor und haben sich dort im Laufe der Jahrtausende vollkommen eigenständig entwickelt. Heute sind viele der über 100 verschiedenen Arten vom Aussterben bedroht, genauso wie viele verschiedene Arten durch den Einfluss des Menschen auf der Insel bereits für immer vom Erdboden verschwunden sind. Hierzu gehören vor allem die Riesenlemurenarten wie etwa Hadropithecus oder Babakotia, die heute nur noch als Knochenfunde von der enormen Größe sowie der stattlichen Statur der Tiere zeugen können. Im 17. Jahrhundert wurden diese von den Menschen binnen kürzester Zeit ausgerottet, denn diese hatten es auf deren Fleisch abgesehen.

Ebenfalls zum Opfer gefallen sind dem Menschen ein Zwergflusspferd mit dem Namen Hippopotamus Lemerlei sowie der sagenhafte Elefantenfußstrauß Aepyornis maximus. Dieser ist vor mindestens 300 Jahren ausgestorben und gilt als Vorlage vieler Sagen, Märchen und Mythen. Der Elefantenstraußvogel war flugunfähig und brachte schätzungsweise bis zu 500 Kilogramm auf die Waage. Zudem war er mit großer Wahrscheinlichkeit an die drei Meter hoch. Seine Eier, von denen einige fossile Exemplare gefunden wurden, besaßen eine Länge von bis zu 35 Zentimetern und wiesen ein Fassungsvermögen von rund 9 Litern auf. Heute noch werden (in der Regel als Bruchstücken zusammengeklebte) Eier dieses Riesenvogels auf Madagaskar an Touristen verkauft. Als Souvenir sollten diese aber besser nicht mitgenommen werden, weil sie zum einen mit aller Wahrscheinlichkeit nicht nur nicht echt sind, sondern die Ausfuhr zusätzlich verboten wurde.

Wenn Sie sich für Flora und Fauna auf Madagaskar interessieren, dann werden Sie zahlreiche Möglichkeiten bekommen, um faszinierende Lebewesen zu entdecken. Eine Reise durch die Bergnebelwälder an die Ostküste und nach Nosy Be beispielsweise liefert Ihnen hervorragende Einblicke in die einzigartige und anmutige Natur der Insel. Dabei kommen Liebhaber von Primaten und anderen Säugetieren genauso auf ihre Kosten wie Vogelkundler oder alle, die sich für Amphibien, Reptilien und Insekten interessieren.

Auch heute noch hat der Einfluss des Menschen auf Madagaskar leider einen sehr negativen Einfluss auf die dortige Fauna. Die Ausbeutung der Natur in Form von Minen und Förderanlagen für Bodenschätze, die Brandrodungen und aber auch die Wilderei schlagen beachtliche Kerben in das empfindliche ökologische Gleichgewicht auf der Insel. Deshalb ist es wichtig, dass Sie während Ihres Urlaubs auf Madagaskar versuchen sich an die Empfehlungen der Experten zu halten, was vor allem innerhalb der streng geschützten Zonen der Naturschutzgebiete und Nationalparks gilt. Um die dort lebenden Tiere, von denen sich viele bereits auf der Liste der gefährdeten oder bedrohten Tierarten befinden, zu schützen, sollten Sie ihren Lebensraum respektieren. Verlassen Sie deshalb die gekennzeichneten Wege nur nach Aufforderung durch den professionellen Guide. Buchen Sie Ausflüge in Reservate oder Parks außerdem nur bei offiziellen Stellen oder Kooperationsträgern, da nur die dort angestellten Guides über eine entsprechende Ausbildung verfügen. Zudem sollten Sie respektieren, wenn bestimmte Gebiete oder Regionen für Sie als Besucher zum Schutz der dort lebenden Tiere nicht zugänglich sind.

FEIERTAGE/GEDENKTAGE

Auch wenn sich das Volk der Madagassen auf relativ viele unterschiedliche indigene Volksstämme verteilt, kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass Feiertage auf der Roten Insel überaus gern gesehen sind. Deshalb finden sich über den kompletten Jahreskalender verteilt zahlreiche unterschiedliche Feiertage, von denen einige religiöser Natur sind und andere politische Ursprünge haben. Unterschieden werden muss außerdem zwischen regionalen Feiertagen, die meist einen ethnischen Hintergrund haben, sowie den offiziellen staatlichen Feiertagen, die auf ganz Madagaskar Gültigkeit besitzen. Einige der Feiertage sind in Deutschland bekannt, werden teilweise aber anders begangen bzw. von anderen Zeremonien begleitet.

FLORA

Genauso wie die Tierwelt auf Madagaskar übt auch die dortige Flora einen spürbaren Reiz auf die Menschen aus. Zwar wurde das einstmals grüne Naturparadies in den letzten Jahrhunderten schon an vielen Stellen sowie in einigen Regionen bereits unwiederbringlich zerstört, aber noch immer ist Madagaskar geradezu ein Quell an schier unerschöpflichen Pflanzenarten und -gattungen, von denen viele bis heute noch gar nicht entdeckt worden sind. Unsere botanischen Reisen gehören deshalb nicht nur bei Pflanzenfreunden zu den beliebtesten Klassikern, denn auch wer sich eigentlich nur bedingt für die grünen Bewohner unseres Planeten interessiert, kann auf Madagaskar allerhand spektakuläre und unvergessliche Entdeckungen machen.

Da wären beispielsweise die zarten und unverwechselbaren Orchideen zu benennen, die auf Madagaskar in besonders vielfältigen Formen vorkommen. Viele der Blumen sind auf Madagaskar endemisch, was bedeutet, dass sie nur auf in dem Inselstaat zu finden sind. In punkto Souvenirs sollten diese Pflanzen deshalb besser nicht von Touristen erworben werden. Zum einen wird hierdurch der Artenschutz stark gefährdet, zum anderen dürfen diese Pflanzen ohnehin nicht bei der Heimreise mitgenommen werden.

Nicht nur die Orchideen, sondern auch die Baobabs stellen für Naturliebhaber ein wahres Faszinosum dar. Die skurril und bizarr in den Himmel wachsenden Affenbrotbäume sind nicht nur gigantisch, sondern lösen im Betrachter für gewöhnlich auch ein Gefühl der Ehrfurcht aus. Dasselbe gilt bisweilen auch für die vielen verschiedenen Sukkulenten, die sich mit ihren außergewöhnlichen Wuchsformen vor allem in den südlichen Regionen des Landes verteilen. Dort finden sich auch Pachypodien, Euphorien sowie Didiereaceen, die allesamt wirken, als stammten sie aus einer längst vergangenen Zeit. Und genau das ist auch der Fall: Weil Madagaskar als Insel über so viele Jahrtausende hinweg vom Festland getrennt gewesen ist, entwickelte sich dort eine Pflanzenwelt, die mit sich auf dieser Erde zu vergleichen ist.

Leider ist von dieser Pflanzenwelt heutzutage nur noch ein Bruchteil erhalten. Brandrodungen und anderer Raubbau an der Natur haben dafür gesorgt, dass die einst grüne Insel Madagaskar heute nur noch über einen Waldbestand von maximal 15% verfügt. Zwar werden an vielen verschiedenen Stellen verschiedene Wiederaufforstungsprojekte umgesetzt, aber diese sind meistens nur als sprichwörtlicher Tropfen auf dem heißen Stein zu verstehen. Wenn Sie Madagaskar besuchen, sollten Sie deshalb alle wichtigen Maßnahmen befolgen, um die einzigartige Natur dieser Insel zu schützen. Das gilt insbesondere in den bereits ausgewiesenen Naturreservaten sowie in anderen Schutzgebieten und Parks.

Wenn Sie auf Madagaskar Natur pur erleben wollen und einen Einblick in die einstige Natur auf der Insel erhalten möchten, dann sollten Sie sich vor allem die Reisen an die Ostküste des Landes näher beschauen. Dort sind derzeit die noch größten zusammenhängenden Waldgebiete zu finden und während der Reisen auf die die Masoala Halbinsel entdecken Sie den grünen Dschungel von Madagaskar in seiner reinsten und ursprünglichsten Form.

FLUGGESELLSCHAFTEN

Wer auf Madagaskar nach einer Abkürzung sucht, um sich schneller von A nach B bewegen zu können, kann auf verschiedene nationale Flugangebote zurückgreifen. Neben privaten Chartermaschinen ist die Air Madagascar der wichtigste Ansprechpartner. In der nachfolgenden Auflistung finden sich der Übersichtlichkeit halber aber auch verschiedene internationale Fluggesellschaften, die für Urlauber auf Madagaskar relevant werden.

FOTOGRAFIEREN

Madagaskar ist ein Land voller faszinierender und atemberaubender Fotomotive. Hobbyfotografen sowie durchschnittliche Touristen sollten dementsprechend auf die richtige Ausrüstung setzen und sich mit den relevanten Werkzeugen und Utensilien eindecken. Für professionelle Fotografen wird ein Polfilter empfohlen, da die tropischen Lichtverhältnisse diesen erforderlich werden lassen. Speicherkarten und anderweitige Filmmaterialien sind auf Madagaskar meist entweder nicht in guter Qualität oder aber nur zu einem stark überzogenen Preis zu erwerben, weshalb sie im besten Fall von zuhause mitgebracht werden sollten.

Mit Ausnahme von Flughäfen, militärischen oder polizeilichen Einrichtungen sowie deren Repräsentanten ist es auf Madagaskar normalerweise kein Problem sowohl Land als auch Leute zu fotografieren. Allerdings sollten Sie die Menschen vorab höflich um Erlaubnis fragen und nicht einfach so drauflos knipsen. Normalerweise wird man von ihnen hierfür keine finanzielle Belohnung verlangen, manchmal ist jedoch auch dies üblich. Insbesondere wenn sie die Straßenkinder, die sich in der madagassischen Hauptstadt Antananarivo häufig in Gangs zusammenfinden, fotografieren wollen, sollten Sie sich auf das Entrichten eines Obolus gefasst machen. Andernfalls kann es schnell zu lautstarken und sehr unangenehmen Auseinandersetzungen kommen, die Sie lieber vermeiden sollten. Auch in ländlichen Regionen gebietet es der Respekt Menschen vor der Bildaufnahme um Erlaubnis zu fragen.

FRAUEN AUF MADAGASKAR

Die Stellung der Frau auf Madagaskar ist insgesamt als sehr gut zu beschreiben. Zwar liegt der Großteil der gesellschaftlichen Strukturen in der Kontrolle der Männer, jedoch sind es gerade die Frauen, die in vielen Bereichen „alles am Laufen“ halten. Frauen sind in den zentralen Regionen des Hochlandes sehr hoch angesehen und gelten als überaus fleißig. Sie geben sich deutlich seltener den Genüssen von Alkohol oder Müßiggang hin und können sich auch in der Ehe bestens behaupten. Frauen sind auf Madagaskar nicht auf einen Mann angewiesen und falls sie mit einem Trinker oder Schläger liiert sind, können sie sich ohne größere Probleme von diesem lösen und auf eigenen Beinen stehen oder zu ihrer Familie zurückkehren.

Die hohe Stellung der Frau auf Madagaskar hat auch Auswirkungen auf die Sicherheit für allein reisende Frauen. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern haben Frauen hier keine sexuellen Übergriffe zu befürchten und müssen sich vor Diebstählen oder anderen Schwierigkeiten auch nicht stärker in Acht nehmen als männliche Reisende. Bestimmte Gegenden in der Hauptstadt sollten zwar nach Möglichkeit nicht allein bereist werden, aber das gilt für allein reisende Männer ebenso. Auch das Reisen in freizügiger Garderobe ist für Frauen grundsätzlich kein Tabu. Wer als Frau einen Urlaub auf Madagaskar plant, kann sich folglich entspannen. Das gilt insbesondere für alle Touristinnen, die sich für eine unserer Festen Reisen oder unsere Individualreisen interessieren. Dort begleiten Sie schließlich immer verschiedene Guides und Fahrer als Mitreisende, weshalb Sie sich während Ihres Aufenthaltes auf der Roten Insel noch sicherer fühlen können.

FREIZEITGESTALTUNG

Auf Madagaskar gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, um seine Freizeit als Tourist gut und abwechslungsreich auszufüllen. Nachfolgend möchten wir Ihnen nun einen Einblick in die Freizeitgestaltung der Einheimischen bieten, da viele der Vergnügungen unterschiedlicher Art bisweilen auch Touristen Freude bereiten dürften.

Musik

Madagaskar ist ein Land, in dem die Musik eine große Rolle spielt. Leidenschaft und Rhythmus liegen den verschiedenen Volksstämmen, deren Vorfahren vor allem aus Asien und Afrika stammen, im Blut. Genau so emotional und ausdrucksstark ist dementsprechend auch die traditionelle Musik, die nicht nur in ländlichen Gegenden, sondern durchaus auch in den Städten eine Rolle spielt. Der Gesang ist bei diesen Musikstücken meist männlich, die dominierenden Instrumente sind die Ziehharmonika, die Valiha, die Mandoline sowie die Bambusflöte. Selbstverständlich sind auch moderne Einflüsse in der madagassischen Musik zu finden, wobei die ganz großen Superstars, welche die Charts in Europa oder den USA regelmäßig erobern, eher weniger bekannt sind. Vielmehr sind es nationale Größen, wie beispielsweise die Band Ambondrona. Auch Rossy, Mahleo oder N’Gary sind als nationale Künstler zu benennen, die teilweise sogar auch erste internationale Erfolge feiern durften.

Film

Öffentliche Filmvorführungen spielen vor allem in den ländlichen Regionen Madagaskars eine entscheidende Rolle. Tatsächlich sind sie als die einzige moderne Freizeitbeschäftigung bekannt und dass, obwohl von modernen Filmen oder einer modernen Ausstattung kaum die Rede sein kann. Die Filmvorführungen finden meist am Wochenende in kleinen Hütten statt, in denen bis zu 100 Menschen zusammenkommen. Welcher Film gezeigt wird, steht mit Kreide vor der Filmhütte geschrieben. Vorgeführt werden häufig drittklassige Filme, die auf über einen kleinen Fernseher flimmern. Das kleine Bild und die fehlende Synchronisation sorgen dafür, dass meist nur die Zuschauer in der ersten Reihe wirklich etwas vom Film  mitbekommen, aber das stört die meisten Gäste nicht im Geringsten.

Fußball

Fußball ist auch auf Madagaskar die beliebteste Sportart und wird auf improvisierten Bolzplätzen sowie angelegten Fußballplätzen auf der kompletten Insel gespielt. Nachwuchskicker üben sich im Straßenfußball, während die größeren Talente auch im Verein oder in der Nationalmannschaft spielen. Diese ist im internationalen Vergleich allerdings wenig bemerkenswert: Für Trainer, Coaches oder Ausstattung kann nur wenig Geld investiert werden. Zudem werden die talentiertesten Spieler häufig sehr schnell von Talentscouts entdeckt und dann häufig nach Frankreich oder in verschiedene afrikanische Länder transferiert.

Alkohol

Alkohol bzw. den Genuss von Alkohol als Freizeitbeschäftigung zu bezeichnen, fällt nicht gerade leicht. Dennoch sollte an dieser Stelle bemerkt werden, dass der Alkoholkonsum gerade in den Städten in den letzten Jahren beachtlich zugenommen hat. Wenn Armut, Hunger und Perspektivlosigkeit am Inneren nagen, bietet der Alkohol häufig den scheinbar letzten Ausweg. Der Genuss von selbst gebranntem Betsabetsa oder Toka gasy ist hingegen bei religiösen oder weltlichen Festivitäten überaus beliebt. Infolgedessen kann es auch in den ländlichen Regionen, die bislang vom ansteigenden Alkoholkonsum verschont geblieben sind, häufiger dazu kommen, dass an den Wochenende betrunkene Madagassen zu entdecken sind.

Hira Gasy

Beim Hira Gasy handelt es sich um ein traditionelles madagassisches Straßentheater, das nicht nur für die Bevölkerung des Inselstaates eine tolle Freizeitbeschäftigung darstellt, sondern auch bei Touristen bleibende Eindrücke hinterlassen kann. Die Hira Gasy sind öffentlich zugänglich und bieten einen kompletten Tag lang zahlreiche unterschiedliche Aufführungen von Sketchen und Gesang bis hin zu Auftritten von Musikern. Teilweise sind die Hira Gasy derart groß und opulent, dass der komplette Verkehr in den jeweiligen Stadtteilen zum Erliegen kommt. Im Stadtteil Isotry in Madagaskars Hauptstadt Antananarivo können Sie das Hira Gasy traditionell sonntags erleben.

Hahnenkämpfe

Was im ersten Augenblick brutal und erschreckend klingt, erweist sich bei genauerem Hinsehen als traditionelle Freizeitbeschäftigung auf Madagaskar. Die Hahnenkämpfe werden vor allem an Wochenenden ausgetragen und bringen Männer aller Altersgruppen ein einen regelrechten Zustand sportlicher Euphorie. Sie können entweder ihre eigenen Kampfhähne ins Rennen schicken, beim Wettspiel hohe Geldgewinne kassieren oder sich zur Not auch einen Hahn mieten und diesen gegen einen anderen antreten lassen. Auch wenn die Tiere bei diesem Spektakel weder getötet noch ernsthaft verletzt werden, muss man als westliche Natur für diese Art von Freizeitbeschäftigung geschaffen sein, um ihr etwas abgewinnen zu können.

FREMDENVERKEHRSÄMTER

Wenn Sie sich während Ihres Aufenthaltes auf Madagaskar an ein Fremdenverkehrsamt wenden müssen, finden Sie den sichersten Ansprechpartner bei der Maison du Tourisme de Madagascar. Diese befindet sich in Antananarivo am Place de l ́Indépendence BP 3224. Telefonisch können Sie es unter der Nummer Tel.: 22 351 78 versuchen (Fax: 22 695 22). Die Webseite erreichen Sie unter www.tourisme-madagascar.com, die zugehörige Mail-Adresse lautet: mtm@simicro.mg.

FÜHRERSCHEIN

Wenn Sie auf Madagaskar beispielsweise einen Mietwagen organisieren oder auf den dortigen Straßen unterwegs sein wollen, benötigen Sie einen internationalen Führerschein. Dieser wird oftmals bereits bei der Vermietung verlangt und ist im Falle einer polizeilichen Kontrolle ebenfalls vonnöten. Auch für die Anmietung eines Motorrads ist er erforderlich.

GELD/WÄHRUNG/KREDITKARTEN

Um auf Reisen sicher bezahlen zu können, sind Kreditkarten, Bargeld oder auch Reiseschecks in der Regel die besten Methoden. Das gilt auch für Urlaube auf Madagaskar, denn alle drei Zahlungsmethoden werden vor Ort (zumindest in den Städten) akzeptiert. Wichtig ist allerdings, dass Sie sich auf die im Inselstaat gültige Währung sowie die damit verbundenen großen und kleinen Tricks der Madagassen einstellen. Nur so verhindern Sie Chaos in der Urlaubskasse.

Als offiziell gültige Landeswährung auf Madagaskar gilt heute der Ariary. Dieser löste den vorher gültigen Franc Malagasy ab, welcher im Währungssystem des Inselstaates deutliche Spuren hinterlassen hat: Während der Einführung des Ariary waren auf Madagaskar beide Währungen nebeneinander gültig. Das hat dazu geführt, dass auf vielen großen und kleinen Geldscheinen heute noch immer der entsprechende Wert in Franc Malagasy aufgedruckt ist. Zudem rechnen viele Madagassen heute noch immer mit dem Franc Malagasy, ganz ähnlich wie es in Deutschland bei der Umstellung auf den Euro der Fall war, als viele Menschen die neuen Preise noch immer im Kopf in D-Mark umrechneten. Ein Ariary entspricht ungefähr fünf Franc Malagasy – ein Umrechnungswert, den Sie sich für Ihren Urlaub auf Madagaskar unbedingt merken sollten.

Ariary können Sie mit der Kreditkarte an jedem Bankautomaten mit dem entsprechenden Zeichen abheben. Ein Euro entspricht ungefähr 3.456 Ariary – daran erkennen Sie bereits, dass Sie während Ihres Urlaubs mit großer Wahrscheinlichkeit eine ganze Menge an Geldscheinen mit sich herumtragen werden. Ariary werden in 10.000er, 5000er, 2000er, 1000er , 500er und 100er Scheinen herausgegeben. Es existieren auch Münzen bis hin zum Wert von einem Ariary. Das Tageslimit an Bargeld, welches Sie mit der Kreditkarte an Automaten abheben können, ist meist auf 400.000 Ariary begrenzt. VISA-Karten werden an den meisten Stellen eher akzeptiert als MasterCard oder American Express. Traveller-Schecks sind zwar als Zahlungsmittel möglich, allerdings kann es hierbei zu erhöhten Kosten wegen der Gebühren für den Währungswechsel kommen.

Wer auf Madagaskar mit Bargeld unterwegs ist, sollte bedenken, dass gerade auf dem Land große Scheine nur selten gewechselt werden können. Da Lebensmittel und auch Souvenirs hier sehr günstig sind, empfiehlt es sich mit kleineren Scheinen und auch Münzen zu reisen. Wenn Sie bezahlen, sollten Sie außerdem darauf achten, welche Preise der Verkäufer Ihnen nennt. Gängige Tricks, denen Touristen gerade bei pfiffigen Straßenhändlern zum Opfer fallen, laufen darauf hinaus, dass die großen Differenzen zwischen Franc Malagasy und Ariary ausgenutzt werden. Nicht selten wird Ihnen dann das Fünffache des eigentlichen Betrags abgeknöpft. Auch wenn es sich umgerechnet für den europäischen Geldbeutel nur um Kleinstbeträge handelt, dürfen Sie ruhig auf Ihrem Recht beharren und eine Ausweisung des korrekten Preises in Ariary fordern. Vor allem sollten Sie darauf achten, dass Rechnungen in Ariary ausgestellt werden.

Tipp: Gerade in den größeren Städten können Sie Ihren Mietwagen oder Ihr Hotelzimmer durchaus auch mit Euro bezahlen. Fragen Sie einfach nach, bevor Sie Wechselkursgebühren bezahlen und Ihr Geld in Ariary tauschen. Auf dem Land dagegen sollten Sie einheimisches Geld in bar immer bei sich haben.

GEPÄCK

Wer auf Madagaskar beispielsweise eine 14-tägige Tour von Antananarivo nach Tulear plant oder gern die Ostküste des Landes bereisen möchte, der sollte sein Gepäck an diese Reisevorstellungen anpassen. Während man in vielen anderen Ländern mit einem Hartschalenkoffer sehr bequem reisen kann, gilt dies auf Madagaskar nur bedingt. Gerade bei größeren Touren durch Regionen mit heißem und trockenem Klima werden Sie schließlich sehr froh über die Dienste von Trägern sein, welche Ihnen die Lasten Ihres Gepäcks gern abnehmen. Ein typischer Seesack oder auch ein großer Tourenrucksack können von den Trägern verständlicherweise deutlich besser gehändelt werden als ein Hartschalenkoffer. Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, dass Ihr Gepäck möglichst wasserdicht ist. Gerade bei Flussdurchquerungen oder unvorhergesehenen Regenfällen sowie im Regenwald kann dies sehr hilfreich sein.  Übrigens: Auch wenn Sie eine Reisebuchung ohne Gepäckträger bevorzugen, werden Sie bei den buckligen Pisten schnell dahinterkommen, weshalb es sich auf Madagaskar lohnt mit leichtem und flexiblem Gepäck zu reisen.

Falls Sie während Ihres Aufenthaltes Souvenirs erwerben möchten, unter denen eventuell auch das eine oder andere zerbrechliche Exemplar sein könnte, empfiehlt es sich erst vor dem Reiseabschluss einen günstigen Hartschalenkoffer zu erwerben. Diese werden in Asien gefertigt und zu niedrigen Preisen in Antananarivo angeboten. Darin können Sie Ihre Souvenirs für die Flugreise sicher verstauen.

GESUNDHEIT UND HYGIENE

Genau wie bei jedem anderen Tropenland stellen Gesundheit und Hygiene auch auf Madagaskar zwei Faktoren da, über die Sie sich vor Ihrer Reise ausgiebig informieren sollten. Als Tropenland sind auf Madagaskar einige Risiken beheimatet, vor den meisten von Ihnen können Sie sich aber sehr unkompliziert und umfassend schützen.

Viele gefährliche Krankheiten sind auf Madagaskar nicht zuhause, trotzdem stellen Malaria und auch Bilharziose zwei gängige Probleme dar. Bilharziose können Reisende sich in erster Linie in stehenden und sehr flachen bzw. verunreinigten Gewässern einfangen. Dort sollten Sie es nach Möglichkeit vermeiden zu baden. Auch einige Reisfelder, in denen das Wasser ja ebenfalls steht, können als Risiko eingestuft werden. Gegen Malaria helfen auf der einen Seite typische Insektensprays sowie Moskitonetze. Darüber hinaus können Sie eine konsequente medikamentöse Prophylaxe umsetzen, die sich ebenfalls als sehr wirkungsvoll erwiesen hat.

Bevor Sie in das Land einreisen, müssen Sie normalerweise keine besonderen Impfungen vorweisen. Eine Ausnahme hiervon bilden Gelbfieberimpfungen, die Sie allerdings nur nachweisen müssen, sofern Sie sich vor der Einreise in einem der bekannten von Gelbfieber betroffenen Gebiete aufgehalten haben. Darüber hinaus empfehlen wir als Experten aus Erfahrung für einen aktiven Impfschutz betreffend Hepatitis A und B sowie Tetanus zu sorgen. Wer möchte, kann sich zusätzlich auch gegen Cholera impfen lassen, wobei Cholera-Erkrankungen auf Madagaskar eher selten sind und eine Infektion allein mithilfe einfach umzusetzender Vorsichtsmaßnahmen verhindert werden kann. Viel häufiger sind hingegen klassische Durchfallerkrankungen, die oftmals schon allein aufgrund der Ernährungsumstellung auftreten. Diesen ist normalerweise mit der Ausrüstung einer gut bestückten Reiseapotheke beizukommen.

Der wichtigste Hinweis aus hygienischer bzw. gesundheitlicher Sicht betrifft den Umgang mit dem Leitungswasser. Dieses sollte unter keinen Umständen verzehrt und von empfindlichen Naturen besser auch nicht zum Zähneputzen verwendet werden. Auch Salat oder Gemüse empfiehlt es sich nicht im normalen Leitungswasser zu reinigen. Bezüglich der hygienischen Verhältnisse werden empfindliche europäische Reisende einiges zu verdauen haben, was allerdings nicht an mangelndem Hygieneverständnis der Bevölkerung liegt. Stattdessen sind die teilweise katastrophalen Zustände auf die schlechten Sanitäranlagen zurückzuführen. Hotels hingegen präsentieren meist höhere Standards als sie im normalen Durchschnitt auf der Insel zu finden sind. Neben Stehklos finden sich häufig auch Plumpsklos. Etwas gewöhnungsbedürftig wiederum sind die einfachen Abtritte, die sich und ihren Verwendungszweck meist schon am Geruch erkennen lassen.

HÄFEN

Rund um Madagaskar existieren insgesamt 18 größere und kleinere Seehäfen. Die wenigsten von ihnen haben internationale Bedeutung. Stattdessen werden die meisten Häfen vor allem national oder teilweise auch nur regional bzw. lokal genutzt. Die größeren Häfen sind in Tuléar, Mahajanga, Toamasina, Fort Dauphin, Antsiranana sowie auf Nosy Be zu finden. Dort können bisweilen auch verschiedene Kreuzfahrtschiffe entdeckt werden, die vor Madagaskar anlegen.

Generell ist Madagaskar keines der Länder, in denen Schifffahrten während eines Urlaubs regelmäßig auf dem Tagesplan stehen. Bei unserer 14-tägigen Reise von Antananarivo nach Tulear werden die wichtigsten Teile der Strecke mit dem Auto zurückgelegt. Und auch die meisten anderen Abschnitte unserer Individualreisen können Sie als Urlauber bequem mit dem Mietwagen hinter sich bringen. Es sei denn, Sie interessieren Sich für eine Fahrt auf dem berühmten Canal des Pangalanes oder einen Aufenthalt auf einer der vielen faszinierenden Inseln, die Madagaskar vorgelagert sind. Auch eine Tsiribihina-Flussfahrt oder sowie ein Abstecher ins Smaragdmeer vor Antsiranana sind nur via Wassergefährt durchzuführen und stellen unvergessliche Erlebnisse dar. Insbesondere der Abstecher ins grün-blau funkelnde Smaragdmeer, wo Sie eine unberührte Lagune zwischen unbewohnten Inseln erwartet, ist eine Empfehlung wert.

Achten Sie bei den Überfahrten jedoch unbedingt auf die Boote, in welchen der Wassertransport durchgeführt wird. Diese unterscheiden sich teilweise stark und bieten je nach Modell bisweilen auch einige Risiken. Im Landesinnern werden Sie auf den Flüssen Madagaskars in erster Linie traditionelle Einbäume zu Gesicht bekommen. Auf dem Meer hingegen können Sie sowohl moderne Motorboote und Segelyachten entdecken, als auch traditionelle Holzschiffe, die für die teilweise doch sehr unvorhersehbaren Witterungsverhältnisse auf dem Wasser nicht gut geeignet sind. Sofern Sie die Möglichkeit haben, sich für ein modernes Motorboot oder ein gut gewartetes Segelschiff zu entscheiden, sollten Sie diese Transportmethode unbedingt vorziehen. Zwar sind Überfahrten mit neuen sowie PS-starken Booten meist etwas kostspieliger, aber dafür gelangen Sie deutlich sicherer und mit weniger ungewünschtem Adrenalin im Blut an Ihr Ziel.

HANDELN

Auf Madagaskar ist es in vielen Bereichen durchaus üblich zu handeln. Eine Ausnahme hiervon bilden Restaurants sowie auch Hotels und preislich ausgezeichnete Nahrungsmittel. In dieser Hinsicht unterscheidet sich Madagaskar nicht von anderen typischen Urlaubsländern. Wenn es hingegen um Souvenirs oder auch Ausflüge gilt, dürfen Sie gern versuchen Ihr Verhandlungsgeschick zu beweisen. Es empfiehlt sich hierfür einen Taschenrechner bereit zu halten, da die dort eingegebenen Zahlen die Kommunikation mit den Einheimischen doch deutlich vereinfacht. Gerade weil die Menschen auf Madagaskar in der Kommunikation gern zwischen Französisch, Malagasy sowie verschiedenen Dialekten wechseln, kann es für Europäer bisweilen schwierig sein den Verhandlungen zu folgen.

Sofern es sich um Beträge unterhalb der Grenze von 1.000 Ariary handelt, lohnt sich das Handeln nicht, denn in diesem Fall liegt der vom Verkäufer gewünschte Betrag unterhalb von einem Euro. Sollten Sie jedoch beispielsweise mit einem Straßenverkäufer von Edelsteinen ins Geschäft kommen wollen, dürfen Sie ruhig ordentlich in die Verhandlungen einsteigen. Für gewöhnlich setzen diese von vornherein einen deutlich höheren Preis an, als sie eigentlich für ihre Waren haben wollen. Ihr erstes Gebot darf deshalb ruhig einem Drittel des geforderten Kaufpreises entsprechen. Anschließend erfolgt dann meist eine Einigung in der Mitte zwischen den genannten Summen und beide Parteien können mit dem Ergebnis zufrieden sein.

HAUSTIERE

Haustiere stellen auf Madagaskar keine Seltenheit dar, ihnen kommt aber ein deutlich anderer Stellenwert zu als in europäischen Ländern. In erster Linie werden die meisten Haustiere aus praktischen Gründen gehalten – treue Begleiter, kuschelige Schmusetiere oder dressierte Gefährten sucht man auf Madagaskar meist vergebens. Wirtschaftlicher oder auch nahrungstechnischer Nutzen steht dagegen im Fokus.

Am häufigsten werden auf Madagaskar deshalb verschiedene Geflügelarten als Haustiere gehalten. Neben Enten und Hühnern finden sich auch Perlhühner als klassische Haustiere wieder, die vor allem auf dem Land mehr oder weniger frei unterwegs sind. Das ist vor allem mit Blick auf die Fahrtgeschwindigkeit von Mietwagen zu berücksichtigen, denn nicht selten kommt es vor, dass Hühner in den dörflichen Gebieten praktisch aus dem Nichts vor dem Auto auftauchen.

Auch Hunde werden vielerorts als Haustiere gehalten, wobei sie meist vorwiegend als Wachhunde dienen sollen. Leider halten es die meisten Madagassen mit der Erziehung ihrer Hunde nicht ganz so streng, weshalb der tatsächliche Nutzen der Hundehaltung nicht immer gleich auf den ersten Blick zu erkennen ist. Im Gegensatz zu Ländern der westlichen Welt haben Hunde auf Madagaskar nicht unbedingt denselben Stellenwert und werden selten mit dem Respekt behandelt, der in westeuropäischen Ländern gezeigt wird. Das mag dem einen oder anderen Urlauber sicherlich nahegehen und sollte dementsprechend schon vorher bedacht werden. Ähnlich verhält es sich auch mit Katzen, die selten als Stubentiger gehalten werden, sondern eher als zerrupfte Streuner auf den Straßen zu finden sind.

Pferde sind auf Madagaskar weniger weit verbreitet, weil sie offensichtlich ihre Schwierigkeiten mit dem hiesigen Klima haben. Wer seine Freizeit gern auf dem Rücken der Pferde verbringen möchte, sollte sich am ehesten noch an stärker touristisch ausgerichteten Orten orientieren. In Andasibe oder in Antsirabe können beispielsweise Pferde für Reitausflüge gemietet werden, allerdings sind diese nicht immer in einem wirklich guten Zustand und es stellt sich die Frage, welchen Gefallen man den Tieren mit einem Ausritt tut. Esel sind auf Madagaskar überhaupt nicht verbreitet und sie werden auch bei Touren oder Ausflügen in der Regel auch nicht wie in anderen Ländern als Lastentiere verwendet.

HOTELS/UNTERKUNFT

Madagaskar ist eines der ärmsten Entwicklungsländer dieser Welt und dementsprechend sollten Reisende Ihre Ansprüche bezüglich der Hotelstandards besser von Beginn an ein wenig nach unten schrauben. Gerade in den ländlichen Gebieten abseits der vielbesuchten Touristenpfade sind angebotene Zimmer meist sehr spärlich eingerichtet (mit oft eher ungemütlichen Matratzen) und verfügen nur über rudimentäre Sanitäranlagen. Bezüglich der Sauberkeit sind hingegen meist keine Beanstandungen zu vermelden.

Bessere Hotelstandards, die den europäischen Erwartungen schon eher nahekommen, sind in der madagassischen Hauptstadt Antananarivo sowie auch in anderen touristischen Zentren wie Andasibe oder Antsirabe zu finden. Dort wird nicht selten auch fließend warmes Wasser angeboten und Sie können sich über ein bequemes Bett mit einer richtigen Matratze freuen. Bezüglich der Mahlzeiten in den verschiedenen Hotels können Sie fast überall mit guten Preisen und hervorragender Qualität rechnen. Auch die einfacheren Küchen auf dem Lande begeistern mit frischen Zutaten und liebevoll angerichteten Speisen.

Ein typischer Irrtum, dem allein reisende Touristen nicht selten aufsitzen, ist der Verwechslung eines Hotels mit einem „hotely“. Diese sind über das ganze Land verstreut und sehen entgegen des recht eindeutig wirkenden Namens keine Übernachtungsmöglichkeiten vor. Stattdessen dienen diese Örtlichkeiten vor allem als Zwischenstopps für madagassische Reisende, die sich auf Ihrer Fahrt etwas ausruhen und eine Mahlzeit zu sich nehmen können. Im Notfall würden Sie sicherlich auch in einem hotely eine leere Pritsche zum Übernachten finden, sofern es irgend möglich ist, sollten Sie sich aber doch besser an unsere Informationen über Madagaskar Hotels orientieren.

Karten

Wer auf eigene Faust durch Madagaskar reisen möchte, hat es in vielerlei Hinsicht schwer. Eine Hürde ergibt sich aufgrund des teilweise nur recht unvollständig vorhandenen Kartenmaterials. Größere Übersichtskarten sind mittlerweile im Netz zu bestellen, wenn es an detaillierte Straßen- oder Regionenkarten geht, wird die Auswahl dagegen immer dünner. Wenn Sie Straßenkarten vor Ort finden, sind diese meisten unvollständig oder nicht mehr aktuell. Schon allein deshalb empfehlen wir Ihnen Ihre Reiseroute immer mit einem Fahrer zu planen. Unsere Themenreisen oder auch unsere Individualreisen bieten sich hierfür an.

Etwas besser ist die Versorgungslage mit Kartenmaterial, wenn es um die Besichtigung von Nationalparks geht. Am Eingang, wo Sie auch den Eintrittspreis hinterlegen, bekommen Sie normalerweise auch eine detaillierte Karte, auf der beispielsweise Routen- und Wanderwege sowie gegebenenfalls auch Picknick- oder Campingplätze eingezeichnet sind. Wenn Sie die Masoala Halbinsel besichtigen möchten, können Sie unter folgenden Anschriften eine Karte bestellen:

Nationales Geographisches Institut IGN , 107 Rue de la Boétié , 75008 Paris

Agence Nationale de Madagascar , Rue Ralaimongo,

Antanananarivo Institut Géographique et Hydrographique National, Rue Dama-Nitsoha Razafindtsalam, Ambanidia, Antananarivo 101 Tel.: 22 229 35, Fax: 22 252 64 email: ftm@bow.dts.mg

KINDER

Madagaskar ist nicht nur ein sehr kinderreiches, sondern gleichzeitig auch ein sehr kinderfreundliches Land. In ländlichen Gebieten gebären Frauen im Schnitt 5 Kinder und überall werden Ihnen die freundlichen Gesichter während Ihrer Reise begegnen. Reisen mit Kindern sind auf Madagaskar sehr gut möglich, denn viele Freizeitaktivitäten lassen sich sehr unkompliziert so organisieren, dass Groß und Klein gleichermaßen Spaß haben. Auch können Sie in verschiedenen Situationen mit deutlichen Entgegenkommen rechnen, wenn Sie Ihren eigenen Nachwuchs dabei haben. Viele Hotels ermöglichen es Ihnen beispielsweise Ihr Kind in einem Beistellbett kostenfrei oder gegen einen sehr geringen Aufpreis unterzubringen. Ältere Kinder werden vor allem die abenteuerlichen Facetten des Urlaubs auf Madagaskar zu schätzen wissen und von ausgedehnten Touren durch die verschiedenen landschaftlichen Regionen profitieren.

KLEIDUNG

Die Praktikabilität der eigenen Kleidung steht auf Madagaskar vielerorts im Fokus. Legere Kleidungsstile sind gefragt, wobei aber vor allem wohlhabendere Frauen und Männer sich stark an europäischen Modetraditionen ausrichten. Auf dem Land sind es hingegen die europäischen Kleiderspenden, welche die Stile der Bevölkerung dominieren. Jeans, Shirts, Pullover und Turnschuhe sind praktisch überall in ganz Madagaskar zu finden. Etwas gewöhnungsbedürftig dürfte auf den ersten Blick die hohe Anzahl an Winterjacken sein, die einem auf Madagaskar auch bei Temperaturen von 30°C im Schatten begegnen. Hierzu sei gesagt, dass die Madagassen von Haus aus sehr kälteempfindlich sind und die wattierten oder anderweitig gefütterten Jacken gern entgegennehmen.

Traditionelle Kleidungen der indigenen Bevölkerungsgruppen sind im täglichen Leben heute fast nicht mehr auf Madagaskar zu entdecken. Wenn überhaupt, dann werden diese Gewande nur zu besonderen Festlichkeiten angelegt und anschließend bis zum nächsten Mal gut verstaut und behütet. An normalen Sonntagen wird besonders auf die Garderobe geachtet: Die besten Stücke, saubere Hemden und blinkende Schuhe werden nicht nur von den Älteren ausgeführt, sondern vor allem auch von den Kindern getragen.

Für Touristen auf Madagaskar gilt es sich den dortigen Gepflogenheiten am besten anzupassen. Lockere Freizeitkleidung fällt nicht nur weniger auf, sondern ist auch aus Gründen der Praktikabilität angemessen. Ein Hut kann aufgrund der klimatischen Verhältnisse gern kombiniert und als Sonnenschutz genutzt werden. Je nach Jahreszeit und individuellere Reiseplanung können auch Regenbekleidung sowie Wanderoutfits nicht schaden. Wenn Sie sich beispielsweise für unsere Tour Trekking Andringitra-Andasibe interessieren, sollten Sie Ihre Kleidung dementsprechend anpassen. Davon abgesehen gilt die Devise, dass vor allem in Restaurants auf saubere und ordentliche Kleidung geachtet werden sollte.

KLIMA

Wenn Sie sich vor Ihrer Reise nach Madagaskar über das dort herrschende Klima informieren möchten, kommt es darauf an, für welche Region Sie sich interessieren. Während im Osten des Landes ein vorwiegend feuchtes und tropisches Klima vorherrscht, fällt im Südwesten der Insel das ganze Jahr über nur sehr wenig Niederschlag und es ist sehr trocken. Im Hochland finden Sie eher gemäßigte Temperaturen vor, dort kann es vor allem in den Nächten bisweilen auch einmal empfindlich kalt werden.

Generell muss außerdem auf die Unterschiede zwischen Trocken- und Regenzeit verwiesen werden. Diese werden mitunter auch als Sommer (Regenzeit) und Winter (Trockenzeit) bezeichnet und können bisweilen große Auswirkungen auf Ihre Reiseplanung mit sich bringen. Von November bis März herrscht auf Madagaskar Regenzeit, was sich nicht unbedingt auf die Temperaturen, dafür aber umso deutlicher auf die Niederschlagsmengen sowie das Vorwärtskommen auf der Insel auswirkt. Während der Regenzeit sind nicht selten ganze Straßen komplett unterspült, Flüsse treten über ihre Ufer und ein Vorwärtskommen ist dann nur noch bedingt möglich. Zudem sind von März bis Januar, also mitten in der Regenzeit, auch vermehrt auftretende Zyklone zu beklagen, die dann mit gewaltiger Wucht vor allem auf die Ostküste treffen und dort nicht selten Verwüstungen anrichten.

In den Wintermonaten (entsprechen unseren Sommermonaten) sind dafür deutlich niedrigere Temperaturen zu bedenken. In Antananarivo klettert das Thermometer im Juni und Juli meist nicht mehr über die Marke von 20°C. An den Küsten ist es aber auch in diesen Monaten deutlich wärmer.

KOMMUNIKATION

Wenn es um die Kommunikation auf der Insel geht, sind vor allem das Telefon sowie auch das Internet aus Madagaskar nicht mehr wegzudenken. Während dem klassischen Festnetztelefon heutzutage immer weniger Bedeutung beigemessen wird, sind Mobilfunkkommunikation und das Internet absolut auf dem Vormarsch. Dies kann unter Umständen auch für Ihre Reisepläne von Belang sein und wird deshalb nachfolgend genauer beschrieben.

Telefon

Eine flächendeckende telefonische Versorgung wird in den Städten über Festnetzapparate und in den ländlichen Regionen über Telefonzellen sichergestellt. Das Telefonnetz entstammt der Kolonialzeit und die Kombination aus verschiedenen Rufnummern macht das Telefonieren für einen Ortsfremden nicht gerade einfach. Deshalb werden nachfolgend die wichtigsten Nummern und Nummernkombinationen aufgelistet:

Anrufe nach Madagaskar aus dem Ausland: 00261-20 + Ortsvorwahl + fünfstellige Rufnummer

Festnetztelefonat aus dem Inland: 261-20 + Ortsvorwahl + fünfstellige Rufnummer

Festnetztelefonat aus einer Telefonzelle: 261-32 oder 261-33 + Ortsvorwahl + fünfstellige Rufnummer

Ortsvorwahl Antananarivo: 22 oder 24

Ortsvorwahl Antsirabe: 44

Ortsvorwahl Antsiranana: 82

Ortsvorwahl Farafangana: 72

Ortsvorwahl Fianarantsoa: 75

Ortsvorwahl Sainte Marie: 57

Ortsvorwahl Mahajanga: 62

Ortsvorwahl Maintirano: 69

Ortsvorwahl Manakara: 72

Ortsvorwahl Moramanga: 56

Ortsvorwahl Morondava: 95

Ortsvorwahl Nosy Be: 86

Ortsvorwahl Sambava: 88

Ortsvorwahl Taolanaro: 92

Ortsvorwahl Toamasina: 53

Ortsvorwahl Tulear: 94

Wer plant auf Madagaskar von unterwegs aus über eine Telefonzelle zu telefonieren, der sollte die dafür nötige Telefonkarte stets dabei haben. Diese kann beispielsweise in den Geschäften der Telekom und aber auch auf Postämtern erworben werden. Allerdings sollte hierbei von vornherein beachtet werden, dass Telefonzellen zwar in großer Zahl vorhanden sind, dass aber längst nicht alle der dort bereitstehenden Fernsprechapparate auch tatsächlich funktionsbereit sind. Das betrifft übrigens nicht nur kleinere und entlegene Dörfer, sondern durchaus auch die Telefonzellen in größeren Städten.

Wer wirklich sichergehen will, immer und jederzeit problemlos kommunizieren zu können, der setzt stattdessen auf ein Mobiltelefon. Von diesen gibt es auf Madagaskar einige, denn vor nicht allzu langer Zeit wurde jede Menge Kapital in die Hand genommen, um das mobile Telefonnetz auszuweiten und zu stabilisieren. Selbst in den entlegensten Ecken des Landes können Sie nun fast immer sicher sein, mit Ihrem Handy jederzeit telefonieren zu können. Auf Madagaskar existieren drei Mobilfunkbetreiber, die verschiedene preisgünstige Prepaidkarten anbieten und Ihnen dadurch die Kommunikation deutlich erleichtern

Internet

Wie auch in einigen anderen Entwicklungsländern steht es um die flächendeckende Versorgung mit dem Internet deutlich besser, als die meisten Menschen im ersten Augenblick denken mögen. Vor einigen Jahren konnten Internetcafés vor allem in den größeren Städten sowie touristischen Zentren entdeckt werden. Mittlerweile sind die Hotspots aber auch in ländlicheren Regionen zu finden. Auch in Hotels sowie einigen exklusiven Restaurants müssen Sie unterwegs nicht zwangsläufig auf eine stabile Verbindung verzichten. W-LAN-Netzwerke sind zwar noch nicht flächendeckend verbreitet, aber auch auf einer 14-tägigen Reise von Antananarivo nach Tulear werden Sie immer wieder an guten Zugriffspunkten vorbeikommen.

KORRUPTION

Korruption ist auf Madagaskar, wie in vielen anderen Ländern des afrikanischen Kontinents auch, leider ein sehr großes Thema. Tatsächlich sind die Verteilungen von Bestechungs- und Schmiergeldern sowie die Nebenerwerbe, die von Amtsträgern in die eigene Tasche geschaufelt werden, mittlerweile derart weit verbreitet, dass sie beinahe schon zum guten Ton gehören. Auch die einst gegründete Anti-Korruptions-Aktion Bianco kann sich gegen das weitreichende Korruptionsnetzwerk schon seit Jahren nicht mehr durchsetzen. Im Gegenteil: Die politischen Irrungen und Wirrungen, denen der Inselstaat schon seit mehreren Generationen ausgesetzt ist, tragen dazu bei, dass sich die Verstrickungen von Politikern und Amtsträgern in illegale Aktivitäten immer weiter ausdehnen. Dabei beginnen diese bei der gesteuerten Vergabe von Schürf- und Bohrrechten in dem an Bodenschätzen reichen Land Madagaskar sowie bei der Verteilung von Papieren und Dokumenten und hören beim Raubbau an der Natur auf Madagaskar leider noch lange nicht auf. Immer häufiger werden heute sogar in den unter Schutz stehenden Nationalparks Edelhölzer geschlagen und vom Aussterben bedrohte Tierarten gewildert. Das alles unter den geschmierten Augen verschiedener Amtsträger.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine Kehrseite der Korruption, die beweist, wie fließend die Grenzen manchmal sein können und wie schnell man sich auch als Tourist in  ein entsprechendes Netz bewegen kann. So freut sich beispielsweise auch die örtliche Polizei nach erfolgreich verrichteten Diensten durchaus über eine kleine Belohnung in Form von einer Spende.

KRIMINALITÄT

Eine grundsätzliche Einstufung von Madagaskar auf einer Sicherheitsskala führt zu einer Verortung im mittleren Bereich. Zwar kommt auch der Inselstaat nicht ohne Diebstähle und Überfälle aus, aber die Zustände anderer afrikanischer Länder liegen trotzdem noch in weiter Ferne. Wer ein paar gängige Sicherheitstipps berücksichtigt, sollte eigentlich unbescholten davonkommen und seinen Urlaub auf Madagaskar in aller Ruhe genießen können.

Zunächst einmal gilt, dass auffällige Wertsachen wie goldener Schmuck oder eine teure Kamera besser nicht offen zur Schau gestellt werden sollten. Darüber hinaus empfiehlt es sich auch in größeren Städten wie Antananarivo nach Anbruch der Dunkelheit nicht mehr allein unterwegs zu sein. Exkursionen sollten am besten mit offiziellen Guides und erfahrenen Begleitern durchgeführt werden. Bei unseren Individualreisen sowie auch bei unseren Festen Touren steht Ihnen jederzeit ein einheimischer Ansprechpartner zur Seite. Wer allein mit dem Auto reist, sollte in den Städten mit geschlossenen Fenstern fahren und die Türverriegelung sicherheitshalber aktivieren. Öffentliche Verkehrsmittel sind vor allem nachts mit Vorsicht zu genießen. Und auch das alleinige Camping an entlegenen Orten fernab von Siedlungen oder Städten sollte besser unterlassen werden.

Während einige kriminelle Handlungen auf Madagaskar wie beispielsweise die Viehdiebstähle der Bara, auf indigene Traditionen zurückzuführen sind, ist das neue Maß an Kriminalität ganz sicher eine Folge jüngster politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen. Die politischen Umwälzungen und Umstürze der letzten Jahre haben die Bevölkerung viele Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven gekostet. Dementsprechend sehen manche Menschen ihren einzigen Ausweg heute in der Kriminalität. Trotzdem sollten Sie sich vor einer Reise nach Madagaskar nicht scheuen, denn gerade im Verhältnis zu anderen vergleichbaren Ländern ist der Urlaub im Inselstaat verhältnismäßig sicher.

KULTURINSTITUTE

Kulturinstitute auf Madagaskar beschäftigen sich mit verschiedenen Aspekten des kulturellen Lebens und sind vor allem in der madagassischen Hauptstadt Antananarivo zu finden. Dort gibt es beispielsweise das Cercle-Germano-Malgache (CGM), welches sich vor allem um die deutsche Sprachausbildung madagassischer Schüler kümmert. Ähnliche Institute existieren auch für andere Sprachen, vor allem französisch orientierte Kulturinstitute sind auf Madagaskar zu finden.

KUNST

Für Kunstliebhaber und -interessierte bietet Madagaskar von traditionellen Handarbeiten bis hin zu musikalischen Darbietungen allerhand abwechslungsreiche Schätze an. Während einer unserer vielen Individualreisen können Sie entlang der Strecke zahlreiche exklusive Kunstwerke bestaunen und erwerben, die Ihnen so garantiert nirgendwo anders begegnen werden. Von Klöppelarbeiten und Textilien über handgemalte Bilder bis hin zu aus Recyclingmaterial hergestellten Auto-Modellen, die nicht nur das Herz von Sammlern ausgefallener Kunst dahinschmelzen lassen.

Vielfalt und Abwechslungsreichtum sind die beiden Schlagwörter, wenn es um Madagaskar geht. Denn genauso vielseitig sich die verschiedenen hier lebenden Ethnien und Volksgruppen präsentieren, so bunt und lebensfroh ist auch die Kunst, die es auf der Insel zu bestaunen gibt. Entdecken Sie beispielsweise die aufregenden Skulpturen der Sakalava oder lassen Sie sich von deren erstaunlichen Gesichtsbemalungen verzaubern. Ebenso spektakulär sind auch die Grabmäler der Mahafaly, die Sie entlang der Routen gen Süden immer wieder bestaunen dürfen. Bunte Bemalungen und teilweise winzige Skulpturen mit modernen und traditionellen Motiven bieten hervorragende Fotomotive, an denen Touristen sich erfahrungsgemäß kaum sattsehen können.

Einen wichtigen Bestandteil im künstlerischen Leben der Madagassen hat die Musik. Heiße Rhythmen, pulsierende Beats und körperbetonte Tänze gelten als charakteristisch für den Salegy oder den Kwassa-Kwassa, die als die beiden beliebtesten Tänze der Insel gelten. Typische traditionelle Musikstücke sind auf Madagaskar heute noch moderat verbreitet, da die moderneren Bands sich verständlicherweise stark an westlichen Stilen orientieren. Immer wieder schaffen es aber auch traditionelle Bands, die ihre Kompositionen mit der Ziehharmonika, der Valoha oder der Flöte vortragen, Fans zu begeistern. Als Reisender auf Madagaskar sollten Sie sich diesen verlockenden Klängen unbedingt hingeben.

Weiterer wichtiger kultureller sowie künstlerischer Höhepunkt auf Madagaskar sind die Hira Gasys, die in regelmäßigen Abständen stattfinden. Diese ähneln Theateraufführungen mit kleinen Sketchen, Musik und Tanz und werden in Stadtteilen oder Gemeinden abgehalten. Sie sind ein echtes Highlight der Kulturgeschichte Madagaskars und stellen für viele Einheimische eine beliebte Freizeitbeschäftigung dar.

LEMURENARTIGE

Die Lemuren gehören wohl zu den bekanntesten Bewohnern  Madagaskars und erfreuen sich rund um den Globus einer stetig wachsenden Beliebtheit. Die Primaten mit den teilweise übergroßen Augen wirken sehr possierlich, dabei ist ihr Leben auf Madagaskar stark bedroht. Der Raubbau an der Natur und die Abholzung großer Teile des Urwaldes haben nicht nur den Lebensraum, sondern auch das Nahrungsangebot knapp werden lassen. Wer sich für Reisen für Naturliebhaber interessiert, muss sich allerdings nicht davor scheuen den verschiedenen Nationalparks der Insel einen Besuch abzustatten. Die dort eingenommen Eintrittsgelder werden schließlich verwendet, um den Schutz der madagassischen Flora und Fauna zu stärken.

Von den Lemuren existieren bislang exakt 32 Arten, die wiederum in sechs verschiedene Gattungen unterteilt werden können. Theoretisch kann es durchaus passieren, dass sich diese Zahlen zukünftig noch verändern und nach oben korrigiert werden müssen. Weite Teile von Madagaskar sind heute noch lange nicht zur Gänze erforscht und es ist durchaus möglich, dass dort vielleicht der eine oder andere Lemur existiert, dessen Art bis heute noch nie von Menschen gesichtet worden ist.

Bambuslemuren: Wie der Name bereits verdeutlicht, handelt es sich bei den Bambuslemuren, um eine Gattung, deren Arten sich ausschließlich von Bambus ernähren. Die Bambuslemuren sind auf Madagaskar relativ selten und erweisen sich jedoch als eine der genauer beobachteten und beschriebenen Gattungen. Das Besondere: Obwohl die Lemuren sich allesamt von Bambus ernähren, gibt es unter den Tieren der verschiedenen Arten keine Futterkonkurrenz. Der Grund hierfür ist simpel, denn jede Art bevorzugt einen anderen Teil der Bambuspflanze. Die Bambuslemuren sind überdies tagaktiv und lassen sich in verschiedenen Gebieten auf Madagaskar entdecken. Während der Alaotra-Bambuslemur sein Leben im Schilf rund um den Lac Aloatra verbringt, ist der Goldene Bambuslemur bis zum heutigen Tag nur im Wald von Ranomafana gesichtet worden. Genauso wie der Graue Bambuslemur, der südliche Bambuslemur und auch der Westliche, graue Baumbuslemur sind sämtliche Arten durch verschiedene vom Menschen verursachte Faktoren wie Brandrodungen bedroht.

Kattas: Wenn es um die bekanntesten Lemuren geht, dann dürften die Kattas ganz weit oben auf der Liste stehen. Sie fühlen sich auf der Erde genauso wohl wie auf den Bäumen und machen mit ihrem schwarz-weiß gestreiften Schwanz sowie ihrer unbedarften Neugier schnell auf sich aufmerksam. Sie sind an vielen Orten auf Madagaskar zu entdecken und gehören zu den wenigen Lemurenarten, die in freier Wildbahn derzeit nicht bedroht sind.

Echte Lemuren: Die echten Lemuren repräsentieren die zweitgrößte Gattung der Lemuren und umfassen insgesamt 10 verschiedene Arten. Besonders prägnant ist der Braune Lemur, der  wohl zu den auf Madagaskar am häufigsten anzutreffenden Arten gehört. Die kleinen pelzigen Lemuren sind besonders raffiniert, wenn es um die Beschaffung von Nahrungsmitteln geht und scheinen vielerorts überhaupt keine Menschenscheu zu besitzen. Wer im Freien übernachten oder Campen will, sollte dementsprechend darauf achten, dass sowohl Abfälle wie auch frische Lebensmittel immer gut verstaut und bestenfalls weggeschlossen sind. Weiterhin gehören der Blauaugenlemur, der Braune Weißkragenmaki, der Kronenmaki, der Mongozmaki, der Rotbauchmaki, der Rotstirnmaki, der Sanfordmaki, der Weißkopfmaki sowie der Mohrenmaki zu dieser Gattung. Der letztgenannte ist einzig auf Nosy Komba anzutreffen und versetzt mit einer beinahe komplett schwarzen Fellfärbung in Erstaunen.

Großer Bambuslemur: Der Große Bambuslemur stellt eine Art für sich dar und wurde nach neusten systematischen Klassifizierungen als eigene Gattung eingestuft. Wie der Name verrät, ist die Größe beim ihm durchaus auffällig.

Varis: Die Gattung der Varis beherbergt mit ihren vier Unterarten nicht nur die größten der Lemuren, sondern vor allem auch die lautesten. Die verschiedene Exemplare der Varis können mitunter bis zu 130 Zentimeter groß werden, allerdings ist gut ein Drittel dieser Größe von der Schwanzlänge bestimmt. Der Singsang sowie die gesungenen Schreie der Varis sind eindringlich und außerdem recht eindeutig zu identifizieren. Zu den Varis gehören der Varia an sich, der eine schwarz-weiße Färbung besitzt, der Varecia variegata editorum, der Rote Vari sowie der Rote Vari Varecia.

Wieselmakis: Die Wieselmakis bilden die größte Gruppe der auf Madagaskar lebenden Lemurengattungen und umfassen elf verschiedene Arten. Sie sind allesamt nachaktiv und haben dieser Tatsache auch ihr auffälligstes Merkmal zu verdanken: die großen Augen.  Die Wieselmakis sind in Reservaten und Parks mit etwas Glück auch tagsüber zu beobachten. Die oftmals angebotenen Nachtwanderungen sind mitunter nur mit Vorsicht zu genießen, weil die Tiere teilweise empfindlich gestört werden. Zu den Wieselmakis gehören der Edwards Lemur, der Graurückenmaki, der Große Wieselmaki, der Kleinzahnmaki, der Nördliche Wieselmaki, der Seals Maki, der Mitsinjo-Maki, der Weißfußmaki, der Rotschwanzmaki, der Sahamalaza-Wieselmaki sowie der Rotschulter-Wieselmaki.

LITERATUR

Literatur ist auf Madagaskar eher weniger weit verbreitet. Die hohe Zahl an Analphabeten in der Bevölkerung lassen das Schreiben und Lesen von Büchern eher zu einem Hobby für die reicheren Bevölkerungsschichten werden. Insbesondere neue Publikationen auf Malagasy sind eher selten. Zu den bekanntere Autoren gehören Michéle Rakotoson und Luc Raharimanana.

Märkte

Ganz gleich, in welcher Region von Madagaskar Sie Ihren Urlaub verbringen, einen Besuch der unzähligen lokalen Märkte sollten Sie sich keinesfalls entgehen lassen. Das berühmteste Bespiel ist der Zoma (Freitagsmarkt) in Antananarivo, wo sich entlang der Avenue de l’Indépendance zahlreiche Verkaufspavillons aneinanderreihen. Auf dem einst größten Freiluftmarkt der Welt bieten die hiesigen Handwerker und Bauern täglich ihre Waren an: Von erntefrischem Obst und Gemüse über bunte Blumen bis hin zu farbenfrohen Stoffen finden Sie hier im Grunde alles, was das Herz begehrt.

Auch auf dem Land bekommen Sie bei einem Marktbesuch eine große Auswahl landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus der Region geboten. Mitunter geht es hier jedoch etwas derber zu als auf den Märkten in der Stadt: Hygienische Zustände oder gar Kontrollen wie in Europa dürfen Sie nicht erwarten. Stattdessen werden die Waren, darunter auch Fleisch- und Fischerzeugnisse, auf Bänken oder direkt auf dem Boden ausgebreitet. 

Die fehlende Kühlung der zum Teil leicht verderblichen Waren sorgt dafür, dass Gerüche entstehen, die nicht jedermann erfreuen dürften. Doch trotz der Geruchsbelästigung ist der Besuch ein echtes Erlebnis, das sich niemand entgehen lassen sollte. Tierschützer sollten allerdings um die Stände mit Fleisch- und Tierangeboten lieber einen Bogen machen, denn auf Madagaskar herrscht diesbezüglich ein deutlich anderes Verständnis.

Maße und Gewichte

Wer eine Reise nach Madagaskar plant, muss sich hinsichtlich der vorherrschenden Maß- und Gewichtseinheiten nicht besonders umstellen. Es herrscht das metrische System und Zentimeter, Meter, Kilogramm und Gramm begegnen Ihnen überall dort, wo etwas gewogen oder gemessen werden muss. Eine Ausnahme hiervon bildet das Kapoaka. Hierbei handelt es sich um eine Maßeinheit für streufähige Waren wie beispielsweise Reis. Ein Kapoaka entspricht ungefähr dem Inhalt einer Dose mit 300 Milliliter Fassungsvermögen.

Medien

Die Medienlandschaft Madagaskars ist allgemein eher als dürftig zu bezeichnen. Abseits der Hauptstädte sind die medialen Infrastrukturen eher schwach ausgebaut und selbst die Programme und Angebote der städtischen Sender und Zeitungen sind mit europäischen Standards nicht zu vergleichen. Am weitesten verbreitet sind bislang Fernsehen und Radio, wobei auch das Internet immer stärker in den Fokus der Madagassen rückt. Die nationalen Fernsehsender bieten zwar nur wenig abwechslungsreiche Programme und liefern in erster Linie Musikspots oder Berichte über Politiker, wissen aber dennoch einen beachtlichen Teil der Bevölkerung zu erreichen.

Ganz im Gegensatz zu Zeitschriften und Tageszeitungen, die in der Medienlandschaft beinahe völlig untergehen. Dies liegt schlicht und ergreifend an der Tatsache, dass die madagassische Bevölkerung zu einem großen Teil noch immer aus Analphabeten besteht, die mit einer Tageszeitung nur wenig anfangen können. Beliebt sind die Magazine und Zeitschriften aber trotzdem, weil das Papier als Rohstoff sehr geschätzt wird. Landesweite Tageszeitungen, sind beispielsweise Midi Madagaskaria oder L‘ express de Madagascar.

In punkto Internet setzen die meisten Menschen auf die Zukunft: Der Ausbau des Netzes wird aktuell immer stärker vorangetrieben. Zwar können sich aktuell nur rund 5% der Bevölkerung über einen regelmäßigen Internetzugang freuen, dennoch wird gerade diesem Medium große Hoffnung beigemessen. Sobald die Menschen auf Madagaskar sich bewusst über die Entwicklungen in ihrem Land informieren und auf dem Laufenden halten können, wächst die Chance, dass auch tatsächliche Veränderungen möglich werden.

Nachtleben

In Touristenhochburgen, wie Antananarivo oder Nosy Be, dürfen Nachtschwärmer und Feierwütige sich auf eine abwechslungsreiche Partyszene mit zahlreichen Clubs, Bars und Restaurants freuen. Bei reichlich Rum und Bier feiern viele bis in die Morgenstunden und lassen sich nicht selten auch vom übrigen Nightlife-Angebot (Prostitution) verführen.

  

In ländlichen Gefilden hingegen haben Partyfreunde es vergleichsweise schwer auf ihre Kosten zu kommen: Nachtlokale sind hier eine Seltenheit, weshalb es kaum verwundert, dass bisweilen bereits ab 21 Uhr alle Straßen wie leergefegt sind. Der Grund für das dürftige Vergnügungsangebot liegt in der Tatsache begründet, dass die meisten Madagassen in der Landwirtschaft tätig sind und daher nur wenig Zeit für nächtliche Partytouren haben. Sie gehen stattdessen zeitig zu Bett, damit sie am nächsten Tag ausgeschlafen und voller Elan ihrer Arbeit nachgehen können.

Am Wochenende oder an Feiertagen frönen jedoch auch die schwer schuftenden Landarbeiter bisweilen dem Müßiggang und genehmigen sich das ein oder andere alkoholische Getränk.

Öffnungszeiten

Da es auf Madagaskar keine einheitliche Regelung hinsichtlich der Öffnungszeiten gibt, können diese von Ort zu Ort variieren. Insbesondere in ländlicheren Regionen scheinen die Geschäftsinhaber nach Belieben zu entscheiden, wann ein Laden geöffnet oder geschlossen hat.

Für die meisten Groß- und Provinzstädte gelten jedoch folgende Angaben:

Geschäfte: Mo. – Fr.: 9 – 12 Uhr; 14 –18 Uhr; Sa.: 8 – 12 Uhr

Supermärkte: Mo. – Sa.: 8 – 20 Uhr; So.: 9 – 14 Uhr 

Kioske: Mo. ­– Sa.: 6 – 22 Uhr

Märkte: 6 – 18 Uhr

Banken: Mo. – Fr.: 8 – 15 Uhr (Antananarivo); Mo. – Fr.: 8 – 12 Uhr; 14 – 16 Uhr (übriges Land) 

Post: Mo. – Fr.: 8 – 17 Uhr; Sa./So.: 8 – 11 Uhr

Ämter und Behörden: Mo. – Fr.: 8 – 12 Uhr; 14 – 16 Uhr

Prostitution

Zusammen mit der stetig wachsenden Armut und Perspektivlosigkeit der madagassischen Bevölkerung wachsen auch die Zahlen der regelmäßig arbeitenden Prostituierten. Die meisten jungen Mädchen gehen dieser Beschäftigung aus der Not heraus nach, weil sie die Hoffnung hegen auf diese Weise irgendwann einmal der Armut und dem Elend entfliehen zu können. Meist ist jedoch das genaue Gegenteil der Fall.

Da viele junge und ausgesprochen hübsche Frauen und Mädchen der Prostitution nachgehen, wird der Sextourismus auf Madagaskar leider zu einem immer größer werdenden Thema. Vor allem gut situierte männliche Reisende geben sich den in den Rotlichtvierteln gebotenen fragwürdigen Vergnügungen hin. Dabei sollte unbedingt beachtet werden, dass mittlerweile organisierte Banden hinter vielen Angeboten stecken. Abzocke und Betrugsmaschen kommen dementsprechend immer mehr in Mode. Da Ehebruch und Sex mit Minderjährigen auf Madagaskar unter Strafe stehen, machen viele Kriminellen sich die Unwissenheit der Touristen zunutze, um diese zu erpressen oder anderweitig auszunehmen. Aus Respekt vor der Notsituation der Frauen und Mädchen, die sich und ihren Körper normalerweise nicht freiwillig anbieten würden, und zur eigenen Sicherheit sollten Rotlichtviertel oder einschlägige Etablissements dementsprechend besser gemieden werden.

REISEAPOTHEKE

Da Madagaskar ein tropisches und gleichzeitig sehr armes Land ist, kann es mitunter vorkommen, dass die Insel ihren Besuchern aus gesundheitlicher Perspektive einiges abverlangt. Die hygienischen Verhältnisse sind meist fernab von europäischen Verhältnissen und gerade das Leitungswasser sollte weder getrunken noch für die Zubereitung von Speisen verwendet werden. Auch Malaria ist ein wichtiges Thema für alle, die Madagaskar beispielweise auf einer unserer Kanoe Touren oder bei einer Fahrradtour mit Begleitfahrzeug entdecken wollen. Umso wichtiger, dass Sie Ihre Reiseapotheke von Beginn an richtig präparieren und mit allen notwendigen Medikamenten ausstatten.

Einen wichtigen Teil Ihrer gut gefüllten Reiseapotheke stellen die verschiedene Malaria-Präparate dar. Diese werden auch unter dem Begriff Chemoprophylaxe zusammengefasst und können beispielsweise Chloroquin, Proguanil oder Doxycyclin umfassen. Welches Präparat für Sie am besten geeignet ist, sollten Sie vor Ihrem Urlaub auf Madagaskar unbedingt mit einem entsprechenden Facharzt besprechen.

Neben den Vorbereitungen auf die Infektionsgefahr bezüglich der Malaria sollten Sie auch auf Verletzungen aller Art vorbereitet sein. Steriles Verbandsmaterial, Kompressen und Pflaster sollten deshalb unbedingt in ausreichender Menge vorhanden sein. Dazu kommen die passenden Desinfektionsmittel für Haut und Wunden. Auch Schmerzmittel wie Aspirin, Paracetamol oder Ibuprofen dürfen auf keinen Fall fehlen. Ein Fieberthermometer kann im Ernstfall bei einer wichtigen Erstdiagnose retten, Durchfallmittel sind unbedingt mitzuführen, da viele europäische Reisende nicht nur in den ersten Tagen häufig unter Durchfallerscheinungen leiden. Ihrer Reiseapotheke sind außerdem selbstverständlich noch sämtliche von Ihrem Arzt verschriebenen Medikamente beizufügen, deren regelmäßige Einnahme für Sie notwendig ist. Denken Sie daran diese in ausreichenden Mengen mitzunehmen, da die medizinische Versorgung auf Madagaskar keinesfalls auf europäischem Niveau anzusiedeln ist.

REISEART/INDIVIDUALREISE

Individualreisen sind in den letzten Jahren weltweit immer beliebter geworden und auf Madagaskar haben sie schon seit Jahrzehnten eine gewisse Tradition. Wer auf Madagaskar Urlaub macht, kann allerdings immer davon ausgehen, dass seine Reise einzigartig und individuell verlaufen wird, denn auch bei unseren Festen Touren oder unseren Themenreisen können immer wieder unvorhergesehene Ereignisse eintreten, die eine ganz neue Reiseplanung notwendig werden lassen. Wenn Sie Ihre Individualreise bei uns buchen, können Sie allerdings gleich doppelt profitieren: Sie kommen in den Genuss einer individuell zusammengestellten Reise, die sich an Ihren Wünschen und Vorstellungen orientiert, profitieren gleichzeitig aber von maximalem Service und jeder Menge Sicherheit. Immerhin kümmern wir uns auf Ihren Wunsch um die komplette Organisation und ersparen Ihnen damit viel Zeit und Nerven.

Madagaskar mit dem Rucksack auf eigene Faust entdecken zu wollen, ist prinzipiell eine sehr schöne Idee, denn die netten und aufgeschlossenen Menschen sowie die landschaftlich sehr abwechslungsreichen Regionen bieten viel Potential für individuelle Abenteuer. Allerdings sollten Sie hierbei bedenken, dass die sprachlichen Barrieren genauso eine Herausforderung für Sie darstellen können wie das Vorwärtskommen auf der Insel. Ohne eine planvolle Organisation kann vor allem letzteres zu einem echten Problem werden, denn öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, kann teilweise lebensgefährlich sein. Nichtsdestotrotz entdecken viele Rucksacktouristen, die vorwiegend aus dem frankophilen Raum stammen, die Insel Madagaskar für sich. Parallel dazu gibt es aber selbstverständlich auch diverse Pauschalreiseangebote, die allerdings häufig den Charakter einer Massenabfertigung mit sich bringen und nur selten Platz für individuelle Wünsche bieten.

REISEVORBEREITUNGEN (CHECKLISTE)

Wer sich aufmacht eines der tropischen Paradiese dieser Erde für einen Urlaub zu besuchen, der sollte ausreichend viel Zeit in die Reisevorbereitungen investieren. Hierzu gehört immer auch eine Checkliste mit den wichtigsten Gegenständen, die Sie während Ihres Urlaubs unbedingt dabei haben sollten. Einige dieser Dinge liegen auf der Hand, während andere Gegenstände erfahrungsgemäß leider viel zu häufig vergessen werden.

Das wichtigste Dokument, welches Sie für Ihre Reise benötigen, ist Ihr Reisepass. Dieser muss wenigstens noch sechs Monate gültig sein, da Sie sonst weder in das Land einreisen, noch vor Ort ein gültiges Visum beantragen können. Es empfiehlt sich gleich zwei oder drei Kopien des eigenen Reisepasses anzufertigen, falls dieser während des Urlaubs auf Madagaskar verloren, beschädigt oder gestohlen wird. So können Sie sich auch nach diesem Verlust noch ausweisen. Scheckkarten, Bargeld, Kreditkarten und Traveller-Schecks gehören außerdem in Ihren Reisekoffer. Hinzu kommen selbstverständlich Flug- sowie eventuell weitere Tickets.

Bevor Sie nach Madagaskar reisen, sollten Sie außerdem Ihren Impfstatus überprüfen. Cholera-Impfungen sind optional, wohingegen Tetanus sowie Hepatitis A und B dringend angeraten sind. Sollten Sie aus einem Land mit bekanntem Gelbfieber-Risiko einreisen, müssen Sie außerdem die diesbezügliche Impfung nachweisen. Aus gesundheitlicher Perspektive aus betrachtet, empfiehlt sich ein Allround-Gesundheitscheck vor dem Abflug aus Europa, damit eventuelle Krankheiten nicht erst vor Ort festgestellt werden müssen. Wegen der teilweise etwas fragwürdigen zahnmedizinischen Behandlungsmethoden sollte auch der Besuch beim Zahnarzt vor den Beginn des Urlaubs gelegt werden.

Bei der Bekleidung ist es wichtig, auf leichte Kleidung, am besten aus Baumwolle zu setzen. Für die Abendstunden sollten außerdem längere Kleidungsstücke eingepackt werden. Zum einen sind diese als Schutz vor Mücken- bzw. Insektenstichen im Allgemeinen zu verstehen, und zum anderen kann es gerade in den zentralen Regionen des Hochlandes nach Sonnenuntergang zu stark abfallenden Temperaturen kommen. Denken Sie außerdem an die Regenkleidung eine wetterfeste Jacke sowie die passenden Schuhe. Am besten sind Trekkingschuhe und -sandalen, in denen Sie nicht nur gut, sondern vor allem auch lange laufen können. Badebekleidung sowie ein Sonnenhut sind ebenfalls unbedingt im Reisekoffer zu verstauen.

Weitere Dinge, die sie in Ihrem Madagaskar Urlaub mit großer Wahrscheinlichkeit brauchen können und die sie besser direkt von zuhause mitnehmen, sind: Drogerieartikel wie Shampoo, Rasierschaum, Deodorant, Gesichts- und Sonnencremes, Taschen- und/oder Stirnlampen, Batterien, Feuerzeuge und Streichhölzer, Fotoapparate sowie dazu passende Filmrollen bzw. Speichermedien. Taschenmesser, Geldgürtel, wieder auffüllbare Trinkflaschen, Nähzeug, Sonnenbrille sowie unter Umständen auch eine Armbanduhr, Ladegeräte für Hand, Fotoapparat und Co. plus gegebenenfalls eine Ersatzbrille.

RELIGION

Madagaskar kann in gewisser Hinsicht als eine Art Schmelztiegel verschiedenster Kulturen angesehen werden und genauso vielseitig wie die kulturellen Hintergründe der Bevölkerungsgruppen präsentieren sich auch die religiösen Ausrichtungen. Ein großer Teil der auf Madagaskar lebenden Menschen ist aus religiöser Sicht dem Animismus zuzuordnen. Dies lässt sich auf die verschiedenen indigenen Volksstämme zurückführen, die sich nicht von den großen Weltreligionen haben unterkriegen lassen und dementsprechend auf Madagaskar sehr aktiv sind. Auch Christen sind im Inselstaat reichlich vertreten, wobei Katholiken und Protestanten hierbei nicht den größten Teil ausmachen. Tatsächlich existieren auf Madagaskar zahlreiche christliche Splittergruppen sowie kleinere Kirchen, von denen viele auf eine ansehnliche Schar an Anhängern zählen können. Dem Islam, dem Hinduismus, dem Konfuzianismus sowie verschiedenem anderem, auf Madagaskar eigentlich nicht heimischen Religionen können Sie während Ihrer Reise durch das Land ebenfalls begegnen.

RESTAURANTS

An Restaurants mangelt es auf Madagaskar nicht und viele Etablissements überzeugen mit einer überraschend hohen Qualität. Frische Zutaten stehen zusammen mit dem allgegenwärtigen Reis eigentlich überall auf dem Plan, Fleisch ist gerade in den ländlichen Regionen eher seltener und etwas einfacher. In den großen Städten entlang der typischen Reiserouten sowie an den touristischen Hotspots sind viele Restaurants mit westlichen Einflüssen zu entdecken. Schon allein aufgrund der Kolonialzeit lassen sich viele französische Rezepturen und Einschläge finden. Auch die asiatische Küche hat sich auf Madagaskar in den letzten Jahrzehnten verbreitet. Teilweise haben sich sogar wahre Gourmetküchen etabliert, bei denen allerdings durchaus tief in den Geldbeutel gegriffen werden muss.

Liebevoll zubereitete Speisen lassen sich überall in ganz Madagaskar entdecken. Viel Leidenschaft wird häufig auch in den Service gesteckt, sodass der Besuch eines madagassischen Restaurants zu einem ganzheitlichen Vergnügen wird. Die Preise sind normalerweise nicht verhandelbar und wer es sich nicht mit seinen Gastgebern verscherzen möchte, sollte auch lieber gar nicht erst versuchen den Preis zu drücken.

Auch abseits von Restaurants und Gaststätten muss sich niemand um seine kulinarische Versorgung den Kopf zerbrechen. Auf den vielen Märkten sind zahlreiche Garküchen und Straßenküchen zu entdecken. Wer bei diesen Gelegenheiten zuschlagen möchte, sollte allerdings darauf achten, dass die zubereiteten Speisen wirklich gut durchgegart sind.

ROHSTOFFE

Rohstoffe sowie deren Export sind für die madagassische Wirtschaft von entscheidender Bedeutung. Der Abbau von Edelsteinen, Graphit, Chromerz, Bauxit sowie Graphit schafft nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze, sondern hat auch einen Anteil am Bruttoinlandsprodukt von Madagaskar. Allerdings liegt dieser bei deutlich unter 10%. Das lässt sich vor allem auf die herrschende Korruption zurückführen, die dafür sorgt, dass ein Großteil der abgebauten Güter illegal und unter der Hand aus dem Land geschafft wird. Das Madagaskar dadurch einen Großteil seines wirtschaftlichen Potentials einbüßt, scheint den Verantwortlichen dabei leider herzlich egal zu sein. Ein weiteres Problem, das mit dem Abbau dieser Rohstoffgruppe zusammenhängt, sind die teilweise beachtlichen Schäden an der Natur Madagaskars. Brandrodungen sowie die Bohrungen von Tunneln und Stollen in den Minen führen dazu, dass das ökologische Gleichgewicht auf der Insel immer weiter aus den Fugen gerät.

Weitere Rohstoffe, die von Madagaskar mehr oder weniger fleißig in die Welt hinaus transportiert werden, sind Vanille, Nelken, Kakao, Kaffee sowie verschiedene Kosmetika und Garnelen. Insbesondere bei der Vanille nimmt Madagaskar im weltweiten Vergleich einen Spitzenplatz ein. Eine Reise an die Vanilleküste kann Ihnen während Ihres Urlaubs auf der Insel genau zeigen, woran das liegt.

Sicherheit auf Madagaskar

Madagaskar war schon immer ein Land, das von politischen Unruhen heimgesucht wurde. Zunächst waren es die verschiedenen indigenen Völker, die auf der Insel gegeneinander kämpften, dann kamen die Kolonialherrscher, die das komplette Volk unterdrückten und schließlich sind es nun korrupte Politiker und Amtsträger, die das Land unter ihre Kontrolle gebracht haben. Verschiedene politische Unruhen sind deshalb schon immer ein Teil der Geschichte Madagaskars gewesen. Durch die neueren politischen Umwälzungen haben sich Armut und Unzufriedenheit im Land erhöht. Die Kriminalitätsrate ist deutlich gestiegen, allerdings ist das Sicherheitsrisiko auf der Insel immer noch verhältnismäßig gering. Die Stabilität des Landes sorgt dafür, dass Reisende aus der ganzen Welt sich vor Ort bedingungslos wohlfühlen können. Sicherheitsmaßnahmen und -vorkehrungen sind nur in geringem Maße zu treffen und entsprechen in der Regel dem, was einem der gesunde Menschenverstand ohnehin vorschreiben würde.

Um kriminelle Energien und Ambitionen nicht zu reizen, empfiehlt es sich auffällige Schmuckstücke am besten gleich Zuhause zu lassen oder zumindest nicht gerade öffentlich zur Schau zu stellen. Andernfalls können Taschendiebe, wie sie auch in Barcelona oder Rom vermehrt zu finden sind, hierauf aufmerksam werden. Außerdem empfiehlt es sich in den Straßen von Antananarivo nachts nicht allein unterwegs zu sein. Dieser Hinweis bezieht sich allerdings keinesfalls auf alle Gegenden, denn auch in der madagassischen Hauptstadt gibt es sehr ruhige Pflaster, wo es sich auch nachts unbedarft flanieren lässt.

Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, sollte Nachtfahrten besser vermeiden und in der Stadt am besten mit geschlossenen Fenstern fahren. Das Fotografieren aus dem Auto heraus bei geöffnetem Fenster ist nicht empfehlenswert, ohnehin sollten teure Fotoapparate nicht unbedingt allzu ausgiebig präsentiert werden. Auf manchen Märkten kann es passieren, dass klassische Bettlergruppen (die leider häufig aus Kindern bestehen) Touristen bedrängen und sich dabei im Taschendiebstahl versuchen. Auch mit Blick auf diese Tatsache ist es empfehlenswert in erfahrener Begleitung zu reisen. Die Guide, die Sie auf unseren Individualreisen oder unseren Festen Touren begleiten, kennen die Tücken der Märkte und wissen, wie sie in bestimmten Situationen am besten reagieren.

Vorsicht ist bisweilen auch an den Flughäfen geboten. Inoffizielle Gepäckträger können sich häufig als schwarze Schafe entpuppen. Dasselbe gilt für inoffizielle Geldwechsler, von denen keinesfalls alle wirklich fair und vertrauenswürdig arbeiten. Auch im Straßenverkehr ist Vorsicht angebracht. Insbesondere die Sammeltaxis sollten mit Bedacht ausgewählt werden. Wenn Sie es vermeiden können, sind diese besser nicht in der Nacht zu besteigen.

SPORT

Wer in seinem Urlaub gern sportlich aktiv ist, kann auf Madagaskar viele Möglichkeiten entdecken, um sich körperlich zu betätigen. Nicht alle sportlichen Angebote sind preiswert, dafür bringen Sie umso mehr Spaß, wenn man Sie in der reizvollen Landschaft des einmaligen Inselstaates erlebt.

Fahrrad/Mountainbike

Mit dem Fahrrad oder dem Mountainbike können Sie Madagaskar auf einzigartige Weise auskundschaften. Viele Sehenswürdigkeiten sind auf zwei Rädern perfekt zu erkunden und unsere Fahrradtour mit Begleitwagen ermöglicht Ihnen jederzeit eine Pause einzulegen, wenn Sie beispielsweise eine besonders schwierige oder anstrengende Etappe hinter sich gebracht haben. Mit dem Fahrrad durch die faszinierende Landschaft der Insel zu fahren, dabei den Wind im Gesicht und die Sonne auf den Schultern zu spüren, ist nicht nur ein sportliches, sondern vor allem ein einmaliges Vergnügen.

Motorrad

Motorräder sind eine weitere überaus populäre Möglichkeit, um die Insel auf sportliche Weise zu erkunden. Hierbei sollte allerdings auf den individuellen Geschicklichkeitsgrad geachtet werden, da einige Straßen und Wege doch als herausfordernd für motorisierte Fahrer auf zwei Rädern eingestuft werden müssen.

Reiten

Möglichkeiten die Insel zu Pferde zu erkunden, sind derzeit noch eher rar gesät. Dies liegt daran, dass Pferde sich in den klimatischen Bedingungen auf der Insel nicht besonders wohlfühlen. Wer während seines Urlaubs nicht auf einen Ausritt verzichten möchte, kann in Antsirabe oder in Morondava auf seine Kosten kommen. Auch unsere Reittouren sind ein echtes Highlight für alle Pferdeliebhaber.

Klettern

Klettersport wird auf Madagaskar in erster Linie für Freeclimber angeboten. Auch einige unserer Reiseangebote wurden so gestaltet, dass sie sich für Kletterer eignen. Die Angebote fokussieren sich vor allem auf den Andringitra Nationalpark.

Golf

Golf wird auf Madagaskar immer populärer und es existieren verschiedene Clubs und Anlagen. Ein Beispiel hierfür ist der Malaza Golf Club, der mit 9 Löchern in unmittelbarerer Nähe zur Hauptstadt Antananarivo gelegen ist. Ebenfalls empfehlenswert sind der Colf Club d’Antsirabe, Golf ny Rova sowie der Foulpointe Golf Club.

Wandern/Trekking

Madagaskar bietet zahlreiche attraktive Möglichkeiten, um die Insel zu Fuß zu erkunden. Unser Angebot für eine Trekkingtour Andringitra-Andasibe ist hierfür ein hervorragendes Beispiel. Die Wanderrouten auf der Insel sind traumhaft und bieten nicht nur faszinierende, sondern auch überaus abwechslungsreiche Landschaften. Es existieren zahlreiche mehrtätige Routen, die sich in Begleitung oder aber auch allein hervorragend ablaufen lassen. Für besonders abenteuerlustige Wanderer empfiehlt sich beispielsweise der Masoala-Treck, über die dschungelbewachsene Halbinsel.

Aquatische Aktivitäten

Schwimmen lässt es sich an vielen Küsten und Traumständen Madagaskars meistens vollkommen unbedarft. Weitere beliebte aquatische Aktivitäten sind Schnorcheln und Tauchen. Viele Touristen kommen gerade wegen der faszinierenden Unterwasserwelten und Korallenriffe nach Madagaskar und erkunden das Meer rund um Nosy Be, Sainte Marie sowie die verschiedenen Hotspots an der Westküste des Landes. Diese können sowohl beim Schnorcheln wie auch beim Tauchen hervorragend erkundet werden. Wer sich fürs Fischen interessiert, kann eigentlich überall an den Küsten diverse Angebote entdecken und den einen oder anderen dicken Fang an Land ziehen.

Kiten/Surfen/Segeln

Wer sich fürs actionreiche Kiten oder Surfen interessiert, sollte sich ortstechnisch vor allem an der Südwestküste des Landes orientieren. Dort finden Sportler konstante winde sowie eine stabile und gleichzeitig starke Brandung vor. Die Strände im Südwesten sind außerdem traumhaft und auch die Infrastruktur mit Hotels und Restaurants ist gegeben. Etwas weiter außerhalb liegt Lavanono: Die erschwerte Anreise wird durch die tollen Surfbedingungen sowie die traumhafte Lage absolut wettgemacht. Dem Segelsport frönen Touristen am besten auf Nosy Be, wo sie zahlreiche Angebote für ausgedehnte oder kleinere Segeltörns entdecken können.

Sport in der Luft

Madagaskar bietet einige Möglichkeiten, um die Insel aus luftigen Höhen zu entdecken. Zwar ist das volle Potential der Insel auf dieser Ebene noch nicht vollständig ausgeschöpft, aber diverse Basisangebote sind auf jeden Fall vorhanden. So bieten wir beispielsweise Angebote für Gleitschirmfliegen-Paragliding an und auch Reisen mit dem Privatflugzeug sind groß im Kommen. Gerade in dieser Hinsicht ist es übrigens sehr wichtig, dass Sie mit einem verlässlichen Partner kooperieren, der auf die neuste Technik setzt und seine Maschinen bzw. die Ausrüstung regelmäßig warten lässt.

STRÄNDE

Da Madagaskar eine Insel ist, erübrigt sich die Frage, ob es dort auch Strände gibt, eigentlich vollkommen. Tatsächlich verfügt die Insel insgesamt über mehr als 5.000 Kilometer Strand, die sich rundum verteilen. Nicht überall laden die Küstenregionen zum Baden oder zu sportlichen Aktivitäten ein, aber zahlreiche Hotspots mit guten infrastrukturellen Bedingungen gibt es schon. Auch die Madagassen wissen, dass Touristen sich gern an den paradiesischen Traumstränden vergnügen und setzten deshalb auf hochwertige Hotels sowie zahlreiche Bars und Restaurants plus Möglichkeiten für die aktive Freizeitgestaltung.

Wirklich schöne Strände finden sich auf den Inseln Sainte Marie sowie selbstverständlich auch auf Nosy Be, die der Hauptinsel im Norden vorgelagert ist. Während der Osten Madagaskars eher weniger mit tollen Stränden, sondern stattdessen mit dichtbewaldeten Flächen zu punkten weiß, liegen die wirklich traumhaften Buchten und kilometerlangen Sandstrände im Westen sowie im Süden der Insel. St. Augustin Bay und Ifaty sowie Evatra bei Fort Dauphin sind hierfür hervorragende Beispiele. Bei Antsiranana im Norden Madagaskars können Touristen ebenfalls am Strand entspannen.

SUBSISTENZWIRTSCHAFT

Aus wirtschaftlicher Sicht spielt das Geld auf Madagaskar im Vergleich zu westlichen Ländern eine deutlich untergeordnete Rolle. Vielerorts wird auch heute noch in Naturalien bezahlt. Die eigene Arbeitskraft, verschiedene Besitztümer wie Tiere oder Land oder auch Produkte wie Nahrungsmittel oder kunsthandwerkliche Gegenstände sind als Bezahlmittel auf dem Lande durchaus üblich. Dieses System funktioniert wegen der flächendeckenden Wirksamkeit. Gerade die Madagassen auf dem Land lassen sich durch Inflation und andere geldgebundene Probleme dementsprechend deutlich weniger stark aus der Ruhe bringen. Wer auf Madagaskar ausreichend viele Zebus besitzt, gilt als reicher Mensch, auch wenn er noch nie eine Münze oder einen Geldschein besessen hat.

TOURISMUS

Der Tourismus hat auf Madagaskar einen sehr hohen Stellenwert, auch wenn die Insel längst noch nicht so touristisch erschlossen ist, wie sie es potentiell sein könnte. Viele der regelmäßig Beschäftigten sind auf der Insel in der Tourismusbranche tätig: In den Hotels und Restaurants, in den Bars, in den Shops für Freizeitaktivitäten sowie auch in den diversen Nationalparks sind viele Menschen vom stetig wachsenden Zustrom an Touristen abhängig. Dasselbe gilt auch für die Guides, Fahrer und Gepäckträger. Vergessen werden sollte dabei außerdem nicht, dass auch die ländliche Bevölkerung, die beispielsweise ihre kunsthandwerklichen Gegenstände oder selbstangebaute Nahrungsmittel verkaufen, von der wachsenden Menge an Reisegästen profitieren kann.

Daneben hat der Tourismus auf Madagaskar einen wichtigen Anteil am Erhalt der einmaligen Natur auf der Insel. Über 80% aller Beschäftigten sind auf Madagaskar auch heute noch im landwirtschaftlichen Sektor tätig, obwohl der Ackerbau gravierende Schäden für die Umwelt nach sich zieht. Erst durch die wachsende Zahl an Touristen ist es möglich gewesen Nationalparks einzurichten und nach modernen Standards zu betreiben. Das empfindliche Gleichgewicht des Ökosystems auf Madagaskar wird in diesen Nationalparks sowie in verschiedenen andere Schutzgebieten und Reservaten umfangreich beachtet. Doch nur wenn ausreichend Touristen auch zukünftig nach Madagaskar kommen, werden die Gelder vorhanden sein, um den Naturschutz bzw. den Naturerhalt auf der Insel weiter vorantreiben zu können.

Für die Touristen, die nach Madagaskar kommen und dort eine Individualreise oder eine Themenreise buchen, bringt der Urlaub zahlreiche faszinierende Erlebnisse mit sich. Die Menschen auf der Insel sind neugierig und aufgeschlossen und gern bereit Gäste in ihre Kultur einzuführen. Auf der anderen Seite bleibt von diesen Gästen natürlich immer auch etwas zurück. Die steigende Prostitution, die Zerrüttung der bisherigen Sozialstrukturen sowie der Anstieg bei der Zahl der Bettler sind hierfür klassische Beispiele, die aber überall auf der Welt zu finden sind.

TRINKGELD

Trinkgelder bzw. Tips sind auf Madagaskar durchaus üblich, sofern Sie mit Service und Leistung zufrieden gewesen sind. In einem Restaurant, in dem Sie gut gespeist haben und die Bedienung Sie zuvorkommend behandelt hat, dürfen Sie gern 5% oder mehr Trinkgeld geben. Für den Fall dass weder das Essen noch die Bedienung Ihren Vorstellungen entsprochen haben, ist es aber auch vollkommen in Ordnung das Trinkgeld wegzulassen.

Auch bei den Guides und Fahrern sowie bei den Gepäckträgern, die Sie auf Ihren Reisen durch Madagaskar begleiten, dürfen Sie sich gern mit einem Trinkgeld für gute Dienste bedanken. Manch einer möchte vielleicht meinen, dass diese durch die reguläre Bezahlung für Ihren Service schon genug entlohnt wären, aber was sind schon 20,00 Euro Trinkgeld im Vergleich zu dem Einsatz, denn ein gut geschulter Guide für Sie während der Reise gezeigt hat. Sicherlich werden Sie sich im Nachhinein an die eine oder andere Situation erinnern, in der Sie froh waren, dass er Sie so kompetent und zuvorkommend unterstützt hat. Und auch wenn ein Betrag von 20,00 oder 30,00 Euro beinahe schon dem Monatslohn eines Feldarbeiters entspricht, sollten Sie sich vor dieser Großzügigkeit nicht scheuen. Immerhin hat ein Guide, um angemessen arbeiten zu können, auch deutlich höhere Kosten zu tragen.

TRINKWASSER

Die Wasserversorgung auf Madagaskar stellt neben Armut und Hunger eines der größten Probleme auf Madagaskar dar. Aufgrund mangelnder Leitungs- und Speichersysteme gibt es selten ausreichende Wasservorräte, von denen das Land, die Tiere und die Menschen profitieren könnten. Gerade in der Regenzeit wiederum kommt es häufig zu Überschwemmungen, während sich direkt im Anschluss längere Dürreperiode offenbaren. Der Anbau von Reis verschlingt ebenfalls große Mengen an Wasser, welche leider in keinem Verhältnis zur Menge an produziertem Reis stehen. Der Raubbau an der Natur hat weitere Einflüsse darauf, dass Flüsse und Seen austrocknen und sich die Wasserversorgung vor allem ländlicher Regionen als immer schwieriger erweist.

Zwar steht in den meisten Städten fließendes Wasser aus der Leitung zur Verfügung, allerdings sollte dies weder getrunken, noch zur Zubereitung von Nahrung verwendet werden. Es ist sehr stark gechlort und die Qualität kann nicht immer garantiert werden. Empfindliche Naturen sollten dieses Wasser auch lieber nicht zum Zähneputzen verwenden, um gesundheitlichen Folgeerscheinungen vorzubeugen. Trinkwasser wird in der Regel als „Eau Vive“ verkauft und ist praktisch überall erhältlich.

VERKEHRSMITTEL

Auf Madagaskar gibt es viele verschiedene Verkehrsmittel, mit denen Sie mal mehr mal weniger bequem und sicher durch das Land reisen können. Einige dieser Varianten werden nachfolgend vorgestellt. Wenn Sie sich für eines unserer Reiseangebote entscheiden, können Sie auf die meisten der nachstehenden Verkehrsmittel verzichten und stattdessen von einer bequemen und komplett durchorganisierten Individualreise profitieren.

Schienenverkehr

Das Schienennetz auf Madagaskar stammt ursprünglich noch aus der Kolonialzeit und wurde in vielen Bereichen erst vor wenigen Jahren wieder in Betrieb genommen. Die Fahrten mit der Eisenbahn, die hauptsächlich von der Madarail betrieben wird, sind zwar mit Zugfahrten in Westeuropa ganz und gar nicht zu vergleichen, erlauben aber spektakuläre Einblicke in wunderschöne Landschaften und erweisen sich als Erlebnis der besonderen Art. Besonders empfehlenswert ist beispielsweise die Route von Antananarivo nach Antsirabe. Etwas wagemutiger dürften Abenteuerlustige vorgehen, wenn sie von Fianarantsoa nach Manakara oder umgekehrt reisen. Dort führt die Strecke durch zahlreiche Tunnels und über mehr als 60 Brücken und der Trip dürfte vor allem auch wegen der unbestimmten Ankunfts- und Abfahrtszeiten zu einem echten Erlebnis werden.

Luftverkehr

Inlandflüge sind auf Madagaskar sehr gut und teilweise auch recht günstig möglich. Offizielle Linienflüge werden von Air Madagascar angeboten, die Fluggesellschaft steckt allerdings seit einigen Jahren in finanziellen Schwierigkeiten. Deshalb können Flugpläne häufig nicht eingehalten werden und es kann zu teilweise gravierenden Verspätungen kommen. Eine echte Alternative bieten Reisen mit dem Privatflugzeug. Chartermaschinen können praktisch überall im Land auf den größeren und kleineren Bahnen landen und ermöglichen so eine besonders schnelle und auch komfortable Reise.

Öffentliche Verkehrsmittel

Öffentliche Verkehrsmittel wie in westlichen Ländern existieren auf Madagaskar nicht. Was dem relativ nahekommt sind die sogenannten Taxi Brousse, die allerdings gleichzeitig zu den gefährlichsten Verkehrsmitteln auf ganz Madagaskar gehören. Es handelt sich hierbei um unterschiedliche umgebaute Fahrzeuge verschiedener Typen, die als Sammeltaxis über Land fahren und häufig schon von sich aus keinen seriösen oder vertrauenswürdigen Eindruck erwecken. Mit dem Taxi Brousse kommen Reisende nicht nur eher langsam vorwärts, sie gehen vor allem bei Nachtfahrten auch ein sehr großes Risiko ein, weil viele dieser Fahrzeuge leider verunfallen. Das städtische Pendant zum Taxi Brousse ist das Taxi Be, das als Sammeltaxi durch die Citys fährt. Zwar gibt es so etwas wie feste Haltestellen und Fahrpläne, allerdings sind diese eher pro forma und am Ende steigt doch jeder ein und aus wie er möchte. Deshalb sind die Taxi Be auch mitverantwortlich für die zahlreichen Staus, die sich auf den Straßen von Madagaskars Städten bilden. Normale Taxis sind dementsprechend deutlich vorzuziehen. Noch besser: Auf einen eigenen Mietwagen inklusive Fahrer setzen.

VISUM

Wer von Deutschland, der Schweiz oder Österreich aus nach Madagaskar reisen möchte, muss nicht nur im Besitz eines noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepasses sein, sondern außerdem auch ein Visum beantragen. Diese Prozedur ist relativ einfach durchzuführen: Wer nach Madagaskar reist, kann das Visum direkt vor Ort am internationalen Flughafen in Antananarivo beantragen. Hierfür ist es notwendig bereits im Flugzeug die sogenannte Immigration-Card auszufüllen. Ein Visum von bis zu 30 Tagen kann für gewöhnlich kostenfrei ausgestellt werden. Länger gültige Visa sind mit Gebühren verbunden. Wichtig: Es empfiehlt sich nicht die im Visum ausgeschriebene Aufenthaltsdauer unbefugt zu verlängern. Das kann empfindliche Strafen sowie bisweilen auch weitere unangenehme Folgen nach sich ziehen.

WALBEOBACHTUNGEN

Madagaskar bietet entlang der Küsten zahlreiche Möglichkeiten, um die Wale zu beobachten. In den Monaten zwischen Juli und September haben Reisende meistens Glück und können die faszinierenden Meeressäuger teilweise direkt am Strand vorbeiziehen sehen. Den richtigen Spot für Walbeobachtungen zu erwischen ist auf Madagaskar eigentlich nicht besonders schwierig. Für alle, die besonders günstig unterwegs sein wollen, empfiehlt sich ein Trip auf die Insel Sainte Marie, denn dort können die Tiere praktisch direkt vom Strand aus beobachtet werden. Besser stehen die Chancen nur in der Gegend rund um Tulear, denn dort haben Tierliebhaber in den Monaten Juli und August eigentlich immer Glück und können relativ nahe an die vorbeiziehenden Gruppen heran. Hierbei gilt es die Kosten im Überblick zu behalten: Wer mit einem Speedboat unterwegs ist, sollte am besten vorab einen Preis für die Tour abmachen und sich mit anderen Interessierten in einer Gruppe zusammenfinden. Etwas Zeit mitzunehmen schadet ebenfalls nicht, denn gerade in größeren Buchten wie etwa vor Maroantsetra muss man sich regelrecht auf die Suche nach den Walen begeben.

WALD AUF MADAGASKAR

Madagaskar ist ein einzigartiges Naturparadies und Reisen für Naturliebhaber stehen hoch im Kurs. Wer die faszinierende Flora und Fauna der Insel kennenlernen will, entscheidet sich am besten für eine unserer Themenreisen oder wählt eine Individualreise, die noch nach den eigenen Wünschen verfeinert werden kann. Der Wald auf Madagaskar bietet unzählige Möglichkeiten, um die verschiedenen Lebewesen und Lebensformen auf der Insel kennenzulernen. Dabei kann von „dem Wald“ eigentlich überhaupt keine Rede sein, denn Madagaskar offenbart zahlreiche unterschiedliche Waldarten, die sich im Laufe der Jahrtausende in Abhängigkeit von der jeweiligen Region ausgebildet haben.

Regenwald

Wer an die Ostküste Madagaskars reisen möchte, entdeckt dort weite Gebiete des immergrünen Regenwaldes. Dieser dürfte in etwa der Vorstellung entsprechen, welche die meisten Menschen haben, wenn Sie das Wort Dschungel hören. Der Regenwald findet sich auf einer Höhe von maximal 800 Metern und besitzt deutlich weniger riesenhafte Bäume und Pflanzen, als man es erwarten würde. Er ist ein wahres Paradies für alle Arten von Pflanzen und Tieren. Besonders Lemuren und Reptilien, aber auch zahlreiche der wundervollen madagassischen Orchideen sind hier zuhause. Zu betrachten ist der Regenwald besonders gut in den Nationalparks und Naturschutzgebieten, wo auch die wertvollen tropischen Edelhölzer noch unbedarft gedeihen dürfen.

Bergnebelwald

Der Bergnebelwald ist auf Madagaskar selten geworden und kann praktisch nur noch in den Nationalparks Ranomafana und Marojejy einigermaßen unverfälscht und unberührt entdeckt werden. Die Temperaturen sind aufgrund der Höhenlage zwischen 800 und 1.300 Metern teilweise dem Gefrierpunkt nahe und Touren erfordern eine entsprechende Kleidung. Seinen Namen verdankt der Bergnebelwald der hohen Luftfeuchtigkeit, die sich in Regen und Nebel manifestiert.

Bergwald

Wer sich noch etwas weiter nach oben begibt, der kann auf Madagaskar echte Bergwälder entdecken. Diese sind vor allem im Andringitra Nationalpark zu finden und offenbaren ein hervorragend an die Wachstumsbedingungen angepasstes Ökosystem. In erster Linie wachsen hier winterharte sowie frostresistente Sträucher, Moose und Flechten, die mit den durchaus auch unter den Gefrierpunkt reichenden Temperaturen gut zurechtkommen.

Mischwald

Beim Mischwald auf Madagaskar geht es in erster Linie darum, dass sich hier Primär- und Sekundärwälder miteinander vereinen. Wiederaufforstungsprojekte führen dazu, dass auf einst gerodeten Flächen wieder zusammenhängende Waldgebiete entstehen können. Bananen wachsen hier neben einzeln stehenden Regenwaldbäumen, dazwischen sind weite Steppen und Graslandschaften zu erkennen.

Trockenwald

Wer sich in ausgedehnte Erkundungen des faszinierenden Trockenwaldes aus Madagaskar ergehen möchte, der sollte dies vor allem an der Westküste des Landes versuchen. Dort fallen nur selten Niederschläge vom Himmel und trotzdem können sich die dort lebenden Trockenwälder behaupten. Das Kirindy Spezialreservat ist hierfür ein repräsentatives Beispiel. Dort leben übrigens viele endemische Tierarten, wie beispielsweise die seltenen Fossa sowie auch zahlreiche Primaten und Riesenspringratten.

Mangrovenwald

Der Mangrovenwald säumt viele Teile der Küstengebiete Madagaskars und bietet zahlreiche Pflanzen und Tieren ein sicheres Zuhause. Gleichzeitig spielt der Mangrovenwald beim Schutz der Küsten vor Stürmen eine beachtliche Rolle. Die dort wachsenden Hölzer können zu neun verschiedenen Arten gezählt werden und erweisen sich durch eine beachtliche Härte und Langlebigkeit. Wer die Mangrovenwälder auf Madagaskar kennenlernen möchte, kann diese nicht nur auf den Inseln Nosy Be und Sainte Marie entdecken, sondern auch in den westlichen Küstengebieten rund um Tulear.

Dornenwald

Der Dornenwald gehört auf Madagaskar wohl zu den faszinierendsten Landschaften der gesamten Insel. In den unwirklichen Gegenden des Südens, in denen teilweise über das ganze Jahr verteilt nur wenige bis gar keine Regentropfen vom Himmel fallen, haben sich viele teilweise bizarr anmutende Pflanzen niedergelassen. Touristen, die sich für botanische Reisen interessieren, stoßen hier auf zahlreiche Sukkulenten, die teilweise beachtliche Dornen tragen und von denen ein Großteil einzig und allein auf Madagaskar zu finden ist.

WIRTSCHAFT

Madagaskar gehört leider zu den wirtschaftsschwächsten Ländern dieser Erde und das, obwohl das Land eigentlich reich an Potential und vielen Möglichkeiten ist. Nimmt man allein die Bodenschätze, die auf Madagaskar zu finden sind, dürfte eigentlich davon auszugehen sein, dass ein Großteil der Madagassen sich ein schönes und angenehmes Leben leisten könnte. Leider trifft dies nur auf einige wenige Ausnahmen zu, denn die politischen Umstrukturierungen und Umwälzungen, die in Madagaskars Geschichte seit jeher einen festen Platz haben, blockieren auch heute noch positive Entwicklungen.

Genauso wie viele andere Länder, in denen über Generationen hinweg Kolonialmächte das Sagen hatten, fällt es dem mittlerweile unabhängigen Madagaskar schwer sich in moderne und kapitalistische Strukturen einzufinden. Allein einfache Verwaltungsaufgaben in den täglichen Ablauf zu integrieren, ist eine Aufgabe, die allerlei Motivation benötigt. Hinzu kommt, dass viele Madagassen heute eine deutlich ablehnende Haltung gegenüber jeglicher Form von Subordination hegen. Zu lange wurden sie von den Kolonialmächten klein gehalten und praktisch wie Sklaven behandelt. Das erschwert die Ausweitung von gut bezahlten und für die Wirtschaft wichtigen Angestelltenverhältnisse ungemein.

Rund 80% der Menschen auf Madagaskar arbeiten heute noch in der Landwirtschaft, wobei die dortigen Erzeugnisse meist gerade einmal für die eigene Ernährung ausreichen. Der Tourismus ist derzeit ein gut wachsender Sektor und birgt für viele Madagassen die Hoffnung auf bessere Zeiten. Um langfristig nachhaltige Entwicklungen fördern und sich positiv in moderne Verhältnisse einfinden zu können, ist nicht nur Hilfe zur Selbsthilfe vonnöten, sondern außerdem auch eine Rücksichtnahme auf indigene Traditionen. Gerade bei der ländlichen Bevölkerung funktioniert ohne die Entscheidungen der Ältesten nichts. Das kann zwar oftmals zu lästigen und bremsenden Verzögerungen führen, ließe sich jedoch mit gegenseitiger Rücksichtnahme auch schnell als Problem beseitigen.

Zeitzone/Zeitverschiebung

Da die Mitteleuropäische Sommerzeit hier unbekannt ist, beträgt der Zeitunterschied zu Deutschland plus zwei Stunden (während der Sommerzeitphase in Deutschland) und plus eine Stunde in der Winterphase, d.h., wenn es in Deutschland 12 Uhr mittags ist, ist es auf Madagaskar schon 13 Uhr. Durch die Äquatornähe ist Sonnenuntergang und –aufgang ziemlich konstant: von 5 Uhr früh bis 19 Uhr im Südsommer, von 8 Uhr bis 17 Uhr im Südwinter.