Ankarana

Ankarana liegt als Spezialreservat gute 90 Kilometer südlich von Antsiranana und lässt sich von dort aus bestens besuchen. Das Reservat ist nicht sonderlich groß und in erster Linie für die Tsingy bekannt. Tsingy sind Kalksteinformationen, die Ankarana_Spezial_Reservat_300_x_225rasiermesserscharf aus dem Boden in die Höhe ragen. Über Jahrtausende hinweg sind sie vom Regenwasser in ihre jetzige Form gebracht worden und bieten einen wirklich außergewöhnlichen Anblick. Abseits der Tsingy herrscht in Ankarana in erster Linie eine trockene Vegetation vor, die normalerweise so weit nördlich nicht in Madagaskar vermutet würde. Die Schlucht dagegen ist von üppigen immergrünen Wäldern umsäumt, die für viele Lebewesen einen sicheren Zufluchtsort darstellt. Zahlreiche Höhlen dienen nicht nur den verschiedenen Fledermausarten, die in Ankarana beheimatet sind als zuhause, sondern waren früher auch wichtige Begräbnisstätten für die Könige der Antakarana, eine ethnische Bevölkerungsgruppe Madagaskars, deren Siedlungen auch heute noch in der Umgebung zu finden sind. In einigen Höhlen wartet auf unerschrockene Besucher ein weiteres Highlight: Dort leben Krokodile, die sich in die Unterwelt zurückgezogen haben und mit dem richtigen Guide und etwas Mut auf Wunsch vielleicht sogar besucht werden können. Übrigens handelt es sich hierbei um die weltweit einzigen Krokodile, die in Höhlen leben. Davon abgesehen ist Ankarana aber vor allem als Reservat mit einer besonders hohen Dichte an Primaten bekannt. Viele verschiedene Lemurenarten leben hier auf engstem Raum zusammen. Dazu gehören Gekrönte Lemuren, braune Lemuren, Perrier Lemuren und viele andere Arten, die es hier zu bestaunen gibt. Daneben sind verschiedene andere Säugetiere in diesem Schutzgebiet beheimatet: Fossas, Tenreks und auch gestreifte Zibetkatzen können auf einer ausgedehnten Tour entdeckt werden. Doch nicht nur Säugetiere stehen bei Tierliebhabern, die nach Ankarana kommen hoch im Kurs: An die 100 verschiedene Vogelarten lassen sich in dieser Schutzzone beobachten. Hinzu kommen außerdem rund 50 verschiedene Reptilienarten, von denen unter anderem viele Geckos und Schlangen teilweise stark bedroht sind. Auch zehn Froscharten lassen sich im Reservat entdecken. Hinzu gesellen sich außerdem rund 350 verschiedene Vertreter aus der Pflanzenwelt.Auch das Paradies im Ankarana Spezialreservat ist bedroht. Besonders bedrohliche Faktoren sind der zunehmende Saphir-Raubbau sowie die Abholzung der sogenannten Edelhölzer, von denen es schon in wenigen Jahren kaum noch welche auf Madagaskar geben wird, wenn nicht endlich ein Einlenken stattfindet. Selbst speziell geschützte Reservate wie Ankarana sind mit Blick auf derartige Übergriffe noch nicht ausreichend gesichert.