Andranomena

Das Andranomena Spezialreservat ist relativ klein und besitzt nur eine Größe von rund 64 Quadratkilometern rund 30 Kilometer nordöstlich von Morondava gelegen. Das Spezialreservat wurde vor noch gar nicht langer Zeit für Touristen geöffnet und bietet das Springratte_Hypogeomys_antimena_300_x_201ideale Ausflugsziel für einen Tagestrip. Die beste Anreise erfolgt von Morondava aus und dauert gut eine Stunde. Ob Sie während der Regen- oder während der Trockenzeit anreisen, spielt grundsätzlich keine Rolle, da die Straße ins Reservat ohnehin in einem weniger guten Zustand befindlich ist. Gerade in der Trockenzeit kann die Sonne jedoch relativ stark vom Himmel scheinen, weshalb Sie sich unbedingt um einen ausreichenden Sonnenschutz kümmern sollten. Die Temperaturen steigen allerdings nur in den seltensten Fällen über die 30°C-Marke, weshalb das Wandern im Reservat durchaus noch gut möglich ist. Im Park selbst gibt es keine Unterkünfte, weshalb die Übernachtungen stets in Morondava stattfinden. Für einen Tageausflug empfehlen sich in der Regel zwei konkrete Touren: Die erste ist unter dem Namen Antsarongaza Rundweg bekannt und dauert gut zwei Stunden. Sie bewegen sich auf dieser Tour durch dichten Laubwald und entdecken gigantische Baobabs genauso wie lebensfrohe Lemuren und Reptilien. Die Alternative zu diesem Rundgang bildet die Tour der vier Seen. Auch diese Tour führt sie durch den Wald und vorbei an den Baobabs, wobei sich der Fokus anschließend auf Wasservögel und Pflanzen richtet. Das Andranomena Spezialreservat setzt sich aus dichtem Laub- und Trockenwald zusammen. Einige kleinere Seen mit vielen endemischen Wasserpflanzen lassen sich ebenfalls entdecken, wobei einige der kleineren Seen während der Trockenzeit ihr Wasser verlieren. Das Andranomena Spezialreservat verfügt über eine zu 75 Prozent endemische Tierwelt, von denen einige besonders gefährdete Spezies mittlerweile leider auch auf der Roten Liste der gefährdeten Arten zu finden sind. Insbesondere die menschliche Nutzung natürlicher Ressourcen sowie die exzessive Haltung von Rindern als Nutztiere bedrohen das einzigartige Ökosystem, welches sich im Andranomena Spezialreservat entdecken lässt. Wilderei, Brandrodung und auch die Landwirtschaft sorgen dafür, dass leider immer mehr Tier- und Pflanzenarten in diesem Reservat für immer zu verschwinden drohen.

Diese starke Bedrohung ist vor allem angesichts des erstaunlichen Artenreichtums, der in Andranomena vorherrscht besonders tragisch. Allein zwölf verschiedene Lemurenarten wie etwa die Verraux Sifakas, die Sportlichen Lemuren und auch die braunen Lemuren. Weiterhin beheimatet sind hier auch die sehr scheuen Fossas sowie die sehr seltenen Riesenspringratten. Auch zahlreiche Vogelarten und Reptilien, die in Andranomena zuhause sind, fühlen sich starken Bedrohungen ausgesetzt. Hierzu gehört vor allem die Flachschwanz-Schildkröte, von denen es auf der ganzen Welt nur noch sehr wenige Exemplare gibt.