Madagaskars wilder Marojejy Nationalpark

der raue Norden und seine lezten primärwälder

Der Marojejy (oder Marojevy) National Park ist ein 60.150 Hektar großes, raues und wildes Berggebiet im Norden Madagaskars. Es befindet sich zwischen 75 bis 2.200 m marojejy_300_x_148Höhe in einem der schönsten und eindrucksvollsten, unberührten Gebiete des Landes. Der Zauber dieser Schönheit geht von seiner absoluten Ursprünglichkeit aus: zu 90% ist das Gebiet mit Primärwäldern bedeckt. Es ist gekennzeichnet von üppigen Hügeln aus unendlichen, grünen Regenwäldern, wo Sträucher, Farne, Moose und Flechten von den Ästen hängen und sich in Richtung des Sonnenlichtes emporstrecken. Die Unzugänglichkeit des Gebietes hat ein natürliches Labor geschaffen, welches eine einzigartige Flora und Fauna beherbergt. Für eine lange Zeit bekamen ausschließlich Wissenschaftler Zugang zu diesem Park, der schon im Jahre 1952 gegründet wurde. Seit einigen Jahren jedoch ist er auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Juni 2007 wurde er in Anerkennung an seine beispiellosen Artenvielfalt und atemberaubenden Landschaften offiziell zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Trotzdem ist der Park akut gefährdet, da die hier ansässigen Mitglieder des Tsmihety Stammes nach wie vor ihre traditionelle Brandrodung (tavy) betreiben. Während der politischen Krise im Jahre 2009 wurden Berichten zufolge Bäume innerhalb des Nationalparks gefällt, deren Holz als Edelholz gehandelt wird.

Marojejy Nationalpark – Ein Paradies für Mensch und Tier

Die Liste der in Marojejy heimischen Pflanzen und Tiere ist wirklich beeindruckend. Die meisten der hier vorkommenden Arten sind endemisch. In den unterschiedlichen GeckoHöhenlagen und Waldtypen wurden bisher mindestens 275 Arten von Farnen und mehr als 50 Arten von Palmen katalogisiert. In niedriger Höhe bis 800m wächst üppiger von Palmen dominierter Regenwald. Auf einer Höhe zwischen 800 und 1500m gedeiht ein Bergwald, der die optimalen Bedingungen für rund 300 Arten von Epiphyten, sowie Bambus, verschiedene Moose und Flechten bietet. Die höheren Lagen werden bis 1800m von einem Hartlaubwald begrünt, der beinahe ausschließlich von Flechten und Moosen dominiert wird. Im Marojejy  Nationalpark sind insgesamt 150 Arten von Amphibien und Reptilien, darunter über 60 Froscharten wie der grüne Kletter Mantella, Blattschwanzgeckos, Brookesia Chamäleons und viele andere Reptilien heimisch. 45 Säugetierarten leben in diesen unberührten Wäldern, darunter 11 Lemurenarten. Der häufigste Waldbewohner ist der vom Aussterben bedrohte Seidensifaka, der nur hier und im Anjanaharibe Sud Reservat vorkommt. Seidensifakas sind die am meisten bedrohten Primaten der Welt. Nur rund tausend von ihnen sind übrig. Sie sind genau wie die Indris an sehr spezielle Lebensbedingungen gebunden und können sich deshalb nur in sehr wenigen Gebieten ansiedeln. Ein Leben in Gefangenschaft ist für diese anspruchsvollen Halbaffen ausgeschlossen. Experten gehen bisher davon aus, dass um die 120 Vogelarten im Marojejy Nationalpark heimisch sind. Da das Gebiet jedoch in weiten Teilen kaum erschlossen ist, werden laufend neue Arten entdeckt. Praktisch jede wissenschaftliche Expedition auf den rutschigen Pisten und durch die tosenden Bäche wird mit der Entdeckung neuer Arten belohnt, vor allem was wirbellose Tiere anbelangt.

Ihre Reise ins unberührte Paradies von Marojejy

Bei der Planung Ihrer Reise nach Marojejy beachten Sie bitte, dass dies einer der feuchtesten Regionen auf Madagaskar ist. Das ganze Jahr über prasseln hier, genau wie auch im Masoala Nationalpark heftige Frosch im RegenwaldNiederschläge herab und von Dezember bis April sind die Regenfälle so stark, dass es beinahe unmöglich wird, Marojejy zu erreichen. Die Temperaturdifferenz zwischen der warmen und kühlen Jahreszeit ist gering, hängt aber von den Höhenlagen ab. Der heißeste Monat ist der Februar mit einer Durchschnittstemperatur von 25°C in den niedrigeren Höhenlagen. Im Juli, dem kühlsten Monat sinkt die Temperatur auf durchschnittlich 19°C. Der Haupteingang des Parks liegt bei Andapa, welches auf einer guten Asphaltstraße von Sambava nach Antalaha gelegen ist. Hier lassen sich alle Vorbereitungen der Reise treffen. Nach dem Anordnen der Führer, Träger und des Proviants werden Sie mit einem Jeep nach Mandena gebracht. Dies ist der Ort, an dem man mit dem Auto am nahsten an den Fuß des Massivs herankommt. Nach weiteren 4,5km zu Fuß erreichen Sie den Eingang des Parks. Nach einem Fußmarsch von 4km im Inneren des Parks erreichen Sie auf der linken Seite das erste Camp. Das zweite Camp liegt sehr viel höher und nimmt eine weitere Wanderung von 1-2 Stunden in Anspruch. Auf den letzten 900 m der Strecke müssen 450 Höhenmeter bewältigt werden, was bei den vorherrschenden Wetterbedingungen sehr anstrengend ist. Wenn sich die fast permanent vorhanden Wolken klären, wird ein atemberaubender Blick über die hoch aufragenden Marojejy Gipfel und die umliegenden Wälder frei, an den Sie sich sicherlich noch lange erinnern werden. Alle schmerzenden Füße, Blasen, Blutegel und die schweiß- und regengetränkte Kleidung sind da längst vergessen.