Madagaskars Pflanzenwelt – Die Wunder der heimischen Flora

Madagaskar ist heute eine Insel, gehörte vor vielen Millionen Jahren aber zu einem sogenannten Superkontinent. Der Name dieses Superkontinents lautete Gondwana. OrchideeDer riesige Kontinent einte eine große Landmasse, die heute auf mehrere Kontinente und Länder verteilt ist: Afrika, die Antarktis, Madagaskar, Australien, Neuguinea, Südamerika, Arabien und Indien gehörten dazu. Dann, vor mehr als 80 Millionen Jahren, trennte sich das heutige Madagaskar von diesem Superkontinent und war von nun an separiert. Die Entwicklungen, die sich in der Tier- und Pflanzenwelt Madagaskars anschließend vollzogen, werden heute als „isoliert“ bezeichnet. Das bedeutet, dass die Einflüsse von außen auf diese Entwicklung minimal waren. Genau deshalb sind heute viele auf Madagaskar heimischen Pflanzenarten endemisch. Endemisch heißt, dass diese Pflanzen nur auf der Roten Insel Madagaskar und nirgendwo sonst auf dieser Welt auf natürliche Weise vorkommen. Viele Pflanzen Madagaskars sind auch heute noch unentdeckt. Zahlreiche Forscher bereisen die Insel deshalb jedes Jahr in der Hoffnung eine noch unbekannte Pflanze oder vielleicht eine noch unentdeckte Tierart finden zu können. Denn genauso wie bei den Pflanzen, ist auch ein Großteil der auf Madagaskar lebenden Tierarten endemisch. Auch in einem Urlaub auf Madagaskar kann es prinzipiell passieren, dass sie auf eine Pflanze stoßen, die zuvor noch nie ein Mensch zu Gesicht bekommen hat.

Die Vielfalt der Flora auf Madagaskar

Ein Blick auf die Zahlen allein genügt bereits, um festzustellen, welches Faszinosum die Flora auf Madagaskar darstellt: Rund 85 Prozent aller auf Madagaskar beheimateten Orchidee MadagaskarPflanzen, finden sich an keinem anderen Ort auf dieser Welt. Es gibt auf Madagaskar mehr als 1.000 verschiedene Orchideenarten, wobei Forscher davon ausgehen, dass die tatsächliche Zahl der auf Madagaskar beheimateten Orchideen eigentlich noch viel größer ist. Die anderen Exemplare sind bislang schlicht und ergreifend einfach noch nicht entdeckt worden. Schon seit 350 Jahren sind Forscher damit beschäftigt die aufregende Flora auf Madagaskar zu erkunden und zu systematisieren. Vor allem zu Beginn dieser Forschungsreisen im 17. Jahrhundert waren viele Forscher von der Tier- und Pflanzenwelt Madagaskars derart fasziniert und überwältigt, dass sie häufig von Kuriositäten sprachen, wenn sie die dort erlebten Wunder später beschrieben. Schließlich hatte die in Madagaskar beheimateten Tiere und Pflanzen zuvor noch nie jemand von außerhalb gesehen.

Auch wenn die Zahlen vieler Forschungsinstitute und Umweltorganisationen teilweise von unterschiedlichen Größen sprechen, kann mit großer Sicherheit behauptet werden, dass auf Madagaskar mehr als 12.000 verschiedene Pflanzenarten und mehr als Baobab Westküste4.000 endemische Baumarten existieren. Diese Bäume und eine Vielzahl der insgesamt auf Madagaskar lebenden Pflanzen lassen sich dementsprechend auf keinem anderen Kontinent dieser Welt entdecken. Vor allem die sogenannten Affenbrotbäume sind für Naturliebhaber, die ihren Urlaub auf Madagaskar verbringen möchten, ein echtes Highlight. Insgesamt gibt es von diesen Affenbrotbäumen, die auch als Baobabs bezeichnet, werden nur acht verschiedene Arten auf der Welt – sieben davon sind auf Madagaskar beheimatet, sechs davon sogar endemisch. Nur eine weitere Affenbrotart gibt es noch und diese ist in Australien beheimatet. Die Wolfsmilchgewächse umfassen auf Madagaskar rund 700 verschiedene Arten, bei den Hülsenfrüchtlern sind es dagegen bisher 670 entdeckte Arten. Besonders interessant sind auch die Palmen auf Madagaskar: Diese sind alle endemisch und insgesamt umfassen sie eine Zahl von rund 170. Wer sich für die Natur auf Madagaskar interessiert und vielleicht eine Reise nach Madagaskar plant, der sollte sich diese beinahe schon unüberschaubare Vielfalt der Flora dieser Insel nicht entgehen lassen.

Heilpflanzen auf Madagaskar

Auch für alle medizinisch Interessierten ist die Pflanzenwelt Madagaskars eine Quelle des Wissens: In der traditionellen madagassischen Medizin werden viele der Pflanzen regelmäßig eingesetzt. Hierzu gehören beispielsweise die Aloe-Pflanzen, die mit ihrem milchig-weißen Saft vor allem bei Hauterkrankungen gern als Hilfsmittel zur Linderung verwendet werden. Viele andere Pflanzen auf Madagaskar werden heute von westlichen Medizinern und Pharmakonzernen untersucht, um aus ihnen diverse Wirkstoffe zu extrahieren, die gegen verschiedene Erkrankungen hilfreich sein könnten. Die Forschung steckt in dieser Hinsicht bislang aber noch in den Kinderschuhen, da die Pflanzenwelt Madagaskars so lange unentdeckt blieb und auch heute noch nicht vollständig erschlossen ist.

Die Bedrohung der Flora auf Madagaskar

Die Flora Madagaskars ist so reichhaltig und teilweise auch so alt wie sonst kaum irgendwo anders auf dieser Welt. Trotzdem ist diese Reichhaltigkeit seit vielen Jahren stark bedroht. Vor allem die Rodung des Regenwaldes hat dem hiesigen Ökosystem Rosenholzstark zu schaffen gemacht. Heute sind nur noch rund 20 Prozent von Madagaskar mit dem ursprünglichen Primärwald bedeckt. Das entspricht einer Fläche von ungefähr 120.000 Quadratkilometern. Die Gewinnung von Ackerland sowie die Rodung des Baumbestandes für Holzkohle sind die beiden wichtigsten Ursachen für den Rückgang des Lebenswaldes auf Madagaskar. Auch der Raubbau an den sogenannten Edelhölzern hat zu einer Reduktion der Baumbestände auf Madagaskar beigetragen. Zwar werden heutzutage verschiedene Anstrengungen unternommen, um die Restbestände des Regenwaldes auf Madagaskar zu erhalten, jedoch sind diese Maßnahmen mit großen Kosten und viel Aufwand verbunden. Der zunehmende Tourismus auf Madagaskar kann in diesem Zusammenhang als mögliche Geldquelle fungieren und dementsprechend auch einen Teil zum Erhalt dieser fantastischen und weltweit einmaligen Pflanzenwelt beitragen. Sollte der Umweltschutz auf Madagaskar in den nächsten Jahren nicht noch intensiviert und stärker ausgeweitet werden, könnte es passieren, dass viele der einzigartigen Pflanzen der Insel aussterben. Und das wiederum könnte nach sich ziehen, dass viele Arten, die bis heute noch nicht einmal entdeckt sind, niemals systematisiert und katalogisiert werden können. Wenn Sie also einen Urlaub nach Madagaskar planen und vielleicht ihre Hochzeitsreise oder ihre Flitterwochen auf Madagaskar verbringen möchten, dann sollten Sie unbedingt die verschiedenen Naturreservate und Nationalparks auf der Insel besuchen. Dort wird sich Ihnen ein einmaliges Spektrum an Pflanzen und Tieren präsentieren, wie Sie es noch nie zuvor zu Gesicht bekommen haben. Werfen Sie in diesem Zusammenhang gern einen Blick auf die von uns angebotenen Naturreisen.